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Krisenhilfe

Hilferuf einer Generation: 47% mehr Angststörungen bei Jugendlichen

Hilferuf einer Generation: 47% mehr Angststörungen bei Jugendlichen
(FOTO: iStock)
4 Min. Lesezeit |

Auf Basis der bereits erhaltenen Rechercheergebnisse werde ich den Artikel mit relevanten Zusatzinformationen anreichern:

Die Krise der Jugend spitzt sich zu: Angststörungen, Wut und Einsamkeit treiben immer mehr junge Menschen zum Notruf 147. Die Beratungszahlen steigen dramatisch.

Die Notrufnummer 147 ist seit über 38 Jahren für Kinder und Jugendliche in Österreich ein verlässlicher Anker in Krisensituationen. Das Beratungsangebot von Rat auf Draht bietet schnelle, niederschwellige und kostenlose Hilfe – ein Service, der 2025 angesichts steigender Beratungszahlen wichtiger erscheint denn je.

Die aktuellen Statistiken zeichnen ein besorgniserrendes Bild der psychischen Verfassung junger Menschen. „Wir verzeichnen die stärksten Zuwächse in Bereichen mit besonders hohem Leidensdruck“, erläutert Birgit Satke, die das Beratungsteam von Rat auf Draht leitet. Die Zahlen des ersten Halbjahres 2025 sprechen für sich: Beratungen zu Angst- und Zwangsstörungen stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47,7 Prozent, Gespräche über Aggression und Wut nahmen um 32,5 Prozent zu.

Einsamkeit als Gesprächsthema verzeichnete einen Anstieg von 28,2 Prozent, während Anfragen zu Drogen und Medikamenten um 25,4 Prozent zunahmen. Cyber-Mobbing belastet deutlich mehr Jugendliche als im Vorjahr (plus 20 Prozent), allgemeine Ängste stiegen um 11 Prozent. Auch die Zahl der jungen Menschen, die von sexuellem Missbrauch, Vergewaltigung oder geschlechtlicher Nötigung berichten, wuchs um 7,5 Prozent.

Schulische Überforderung (plus 3,7 Prozent), Konflikte mit Mitschülern (plus 3,7 Prozent) und häusliche Gewalt (plus 3,9 Prozent) zeigen ebenfalls eine Zunahme. Zukunftssorgen spiegeln sich in vermehrten Beratungen zur Lehrstellensuche oder Arbeitssuche (plus 64,7 Prozent) sowie zur Wohnungssuche (plus 34,2 Prozent) wider.

Die Komplexität der Probleme schlägt sich auch in der Dauer der Beratungsgespräche nieder. Im Vergleich zum Vor-Pandemie-Niveau (Jänner bis Juni 2019) stieg die durchschnittliche Gesprächszeit bis zum ersten Halbjahr 2025 um 47,8 Prozent an. „Die Themen sind ernster und vielschichtiger geworden. Daher ist schnelle, unkomplizierte Unterstützung wichtiger denn je“, betont Satke.

Grundlegende Themenverschiebung seit der Pandemie

Diese Entwicklung ist Teil eines langfristigen Trends. Seit der Corona-Pandemie hat sich die Themenlage bei den Anrufen bei Rat auf Draht fundamental verändert: Während früher häufig Liebeskummer oder Probleme im Freundeskreis im Mittelpunkt standen, dominieren heute psychische Erkrankungen, Suizidgedanken und selbstverletzendes Verhalten die Gespräche. Diese Verschiebung spiegelt sich auch in der Gesprächsdauer wider, die bereits im ersten Halbjahr 2024 im Vergleich zum Vor-Pandemie-Niveau um 44,2 Prozent gestiegen war.

Mittlerweile dreht sich etwa jede fünfte Beratung um psychische Gesundheitsprobleme, was jährlich mehr als 10.000 Gesprächen entspricht. Experten sehen darin ein deutliches Alarmsignal für die zunehmende psychische Belastung junger Menschen in Österreich.

Krisenhilfe Amoklauf

Der Amoklauf in Graz verdeutlichte die unverzichtbare Rolle des Beratungsdienstes. In den Tagen vom 10. bis 22. Juni 2025 stieg die Zahl der Beratungsgespräche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 15 Prozent auf 1.824 an. Viele Anrufer suchten Rat im Umgang mit ihren Ängsten und äußerten Sorgen über mögliche ähnliche Vorfälle an ihren eigenen Schulen.

Auch die Bewältigung der Informationsflut in sozialen Medien, der Umgang mit verstörenden Bildern und die Verarbeitung von Fake News waren häufige Gesprächsthemen. „Mehrere Anrufer benötigten Hilfe, um das Erlebte einzuordnen und mit Schock und Trauer umzugehen. Diese Zeit war auch für unser Team sehr belastend, aber wir sind froh, so vielen jungen Menschen helfen zu können“, erklärt Satke.

Nora Deinhammer, Geschäftsführerin von Rat auf Draht, ergänzt: „Ereignisse wie dieses zeigen, welch unverzichtbare Arbeit Rat auf Draht rund um die Uhr leistet. Werden Sie Teil einer Gemeinschaft, die aktiv dazu beiträgt, Kindern und Jugendlichen eine verlässliche Anlaufstelle zu bieten“.

Spendenfinanziertes Angebot

Das Angebot von Rat auf Draht hat sich mittlerweile erweitert: Neben der klassischen Telefonberatung gibt es inzwischen auch eine Chatberatung und ein Peer-Beratungsprogramm, bei dem Jugendliche zu Beratern für Gleichaltrige ausgebildet werden. Zudem betreut die Organisation die Hotline für vermisste Kinder (116000) und die Schulpsychologie Hotline (0800 211 320).

Weniger bekannt als die Notrufnummer 147 ist die Tatsache, dass Rat auf Draht zu über 50 Prozent aus Spenden finanziert wird. Diese Mittel ermöglichen täglich mehr als 130 Beratungsgespräche – insgesamt rund 40.000 Beratungen pro Jahr. Ein wichtiges Detail: Die Nummer 147 ist aus allen österreichischen Mobilfunk- und Festnetzen rund um die Uhr kostenlos erreichbar, wobei weder das Vertragsvolumen noch das Prepaid-Guthaben belastet wird – eine bewusste Entscheidung, um die Hürde für hilfesuchende Jugendliche so niedrig wie möglich zu halten.

Um die Finanzierung zu sichern, wurde der Rat auf Draht Notruftag ins Leben gerufen, der heuer am 14.7. zum zweiten Mal stattfindet. Unter www.sos-kinderdorf.at/notruftag können Interessierte

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KO KOSMO-Redaktion
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