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Urheberrechtskonflikt

Deepfake-Angst bei Synchronsprechern: Netflix-Filme und Serien bald nur noch mit Untertiteln?

Deepfake-Angst bei Synchronsprechern: Netflix-Filme und Serien bald nur noch mit Untertiteln?
Foto: epa/CAROLINE BREHMAN
2 Min. Lesezeit |

Synchronsprecher gegen Streaming-Gigant: Bei Netflix brodelt ein Konflikt um KI-Rechte an Stimmen. Die deutschsprachigen Sprecher befürchten Missbrauch ihrer Stimmprofile für Deepfakes.

Zwischen dem Streaming-Riesen Netflix und deutschen Synchronsprechern schwelt ein Konflikt. Bereits Ende Jänner wurde die Auseinandersetzung öffentlich bekannt. Im Zentrum steht eine umstrittene Vertragsklausel, die Netflix erlaubt, die Stimmen der Sprecher ohne zusätzliche Vergütung für KI-Trainingszwecke zu verwenden. Die Synchronsprecher kritisieren dabei besonders den Kontrollverlust über die spätere Verwendung ihrer Stimmen. Ihre Hauptsorge: Die Stimmprofile könnten für Deepfakes missbraucht werden – also mittels künstlicher Intelligenz manipuliert und zweckentfremdet werden.

Vergütungsstreit

Im Sommer des Vorjahres hatten Netflix und der Bundesverband Schauspiel e. V. bereits eine Vereinbarung getroffen. Diese sieht vor, dass Synchronsprecher nur dann eine Vergütung erhalten, wenn die mit ihren Stimmen trainierte KI tatsächlich eingesetzt wird. Diese Regelung geht den Betroffenen jedoch nicht weit genug, was am 22. Jänner zum Streik führte. Derzeit laufen weiterhin Gespräche zwischen dem Streamingdienst und dem VDS, wobei eine baldige Einigung noch nicht in Sicht ist.

Mögliche Konsequenzen

Die Kontroverse hat mittlerweile auch in sozialen Netzwerken für Diskussionen gesorgt. Einige Nutzer äußern bereits Bedenken, dass sie künftig auf deutschsprachige Versionen ihrer Lieblingsserien verzichten müssten. Netflix selbst warnte in einer Stellungnahme: „Wir könnten gezwungen sein, auf deutsche Untertitel zurückzugreifen, während wir weiterhin Synchronisationen in anderen Sprachen anbieten.“ Das Unternehmen beklagt zudem, dass die anhaltenden Boykottaufrufe Produktionsabläufe verzögern würden.

„Wir sind der Überzeugung, dass wir gemeinsam mit Netflix eine branchenweisende Regelung erarbeiten könnten, die ein Vorbild für andere Streamer in Deutschland und evtl. sogar Europa sein könnte“, lautet die Antwort des Verbands Deutscher Sprecher:innen auf die aktuelle Situation.