Am Red Bull Ring in Spielberg entdeckten acht junge Männer eine lukrative Lücke im System. Mit einem simplen Trick erbeuteten sie tausende Euro Becherpfand.
Acht junge Männer standen vor dem Landesgericht Leoben, nachdem sie am Red Bull Ring in Spielberg ein digitales Becherpfand-System manipuliert hatten. Die 18- bis 21-Jährigen, die bei Großveranstaltungen wie Formel 1 und MotoGP an Gastroständen arbeiteten, verbuchten zwischen April und August 2025 unbenutzte Becher als zurückgegeben und ließen sich die drei Euro Pfand pro Stück gutschreiben. Die Beträge landeten auf ihren eigenen Bankomatkarten oder auf Konten nicht anwesender Freunde. Ein besonders findiger Täter ergaunerte an einem einzigen Wochenende 5.600 Euro. Ein Beschuldigter rechtfertigte sein Handeln damit, dass es für einen Schüler verlockend gewesen sei, „etwas dazuzuverdienen, noch dazu, weil es so einfach war“.
Die Angeklagten mussten sich wegen „betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauchs“ verantworten, wie die Kleine Zeitung berichtet. Alle legten ein Geständnis ab. Während fünf der jungen Männer bisher unbescholten waren, befanden sich drei weitere noch in der Probezeit nach einer Diversion wegen eines Maturastreichs. Einer dieser Vorbelasteten wurde aus dem aktuellen Verfahren ausgeklammert, da sein Fall später gemeinsam mit einem Verstoß gegen das Waffengesetz verhandelt wird.
Richterliche Ermahnung
Der Richter zeigte sich besorgt über die schnelle Rückfälligkeit einiger Angeklagter. Als ein Beschuldigter versuchte, den früheren Maturastreich herunterzuspielen, wies ihn der Richter auf den erheblichen finanziellen Schaden hin. Den fünf Ersttätern stellte das Gericht eine Diversion mit 80 bis 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit in Aussicht – unter der Bedingung vollständiger Schadenswiedergutmachung. „Wenn der Schaden nicht bezahlt wird, klingelt’s im Strafregister“, warnte der Vorsitzende unmissverständlich.
Strafen verhängt
Für die beiden vorbestraften Angeklagten forderte die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung. Das Gericht verhängte bedingte Freiheitsstrafen von vier beziehungsweise fünf Monaten mit jeweils dreijähriger Probezeit. Alle acht müssen die erschlichenen Beträge an das Projekt Spielberg zurückerstatten.
Eine berufliche Zukunft am Red Bull Ring dürfte für die Verurteilten ausgeschlossen sein.