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Befreiungsschlag

Endlich! Kriechmayr erster ÖSV-Abfahrtssieger nach endloser Durststrecke

Endlich! Kriechmayr erster ÖSV-Abfahrtssieger nach endloser Durststrecke
Foto: epa/GIAN EHRENZELLER
3 Min. Lesezeit |

Courchevel liefert Drama, Triumph und Abschied auf einen Schlag – ein Rennen, das in Erinnerung bleibt.

Die Herren-Abfahrt in Courchevel hat dem ÖSV einen längst überfälligen Triumph beschert. Mit der Startnummer 9 auf dem Rücken legte Vincent Kriechmayr eine Fahrt auf den Schnee, die ihresgleichen sucht – temporeich, präzise, nahezu fehlerlos. Am Ende stand der Oberösterreicher mit neun Hundertstelsekunden Vorsprung an der Spitze der Zeitenliste.

Für die rot-weiß-roten Männer war es der erste Abfahrtssieg nach 23 sieglosen Rennen – ein Befreiungsschlag, der die Fangemeinde in Jubel versetzte. Doch während Österreich seinen Tageshelden feierte, krönte sich auf derselben Piste ein Schweizer zum Meister der Disziplin.

Odermatts Kugel

Hinter Kriechmayr spielte sich ein packender Zweikampf um die kleine Kristallkugel ab. Marco Odermatt benötigte am Ende nicht einmal einen Podestplatz der Spitzenklasse – Rang drei mit einem Rückstand von 0,31 Sekunden genügte dem Schweizer vollauf, um die Abfahrtswertung endgültig für sich zu entscheiden. Sein einziger verbliebener Rivale, Franjo von Allmen, schied nach einem riskanten Angriff aus – und damit war Odermatt schon vor dem Zieleinlauf des letzten Fahrers als Disziplinsieger im Weltcup besiegelt.

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Das Rennen selbst stellte die Athleten vor erhebliche Herausforderungen. Die Pistenverhältnisse verschlechterten sich im Rennverlauf spürbar, der Schnee wurde mit jeder Startnummer weicher und unberechenbarer. Besonders der zweite Sprung erwies sich als neuralgischer Punkt des Tages: Alexis Monney, Florian Schieder und Cameron Alexander kamen allesamt zu Fall oder mussten das Rennen vorzeitig aufgeben.

Nach dem Sturz des Schweizers Monney war eine Unterbrechung unumgänglich – die Fangnetze mussten repariert werden, bevor der Wettkampf fortgesetzt werden konnte.

ÖSV-Bilanz

Für den ÖSV gab es neben dem Tagessieg weitere Gründe zur Freude, aber auch Wermutstropfen. Raphael Haaser lieferte eine starke Vorstellung ab und klassierte sich auf dem fünften Rang mit einem Rückstand von 0,74 Sekunden. Daniel Hemetsberger folgte auf Position sechs.

Stefan Babinsky belegte Platz 18 mit einem Rückstand von 2,15 Sekunden – zu wenig, um sich für das Weltcup-Finale zu qualifizieren. Lukas Feuerstein entschied sich kurzfristig gegen einen Start in der Abfahrt und schonte sich stattdessen für den Super-G. Marco Schwarz wiederum kam nicht über einen Rückstand von 2,5 Sekunden hinaus.

Einen bewegenden Abschluss fand das Rennen am Ende des Starterfeldes: Adrien Théaux, eine der prägenden Figuren des französischen Skirennsports, bestritt in Courchevel sein letztes Weltcuprennen.

Der Applaus, der den Routinier ins Ziel begleitete, war ein würdiger Abschied für einen Athleten, der dem Ski-Zirkus über viele Jahre seinen Stempel aufgedrückt hat.

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KO KOSMO-Redaktion
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