Im Tauernklinikum Zell am See entsteht 2026 das erste spezialisierte Behandlungszentrum für ME/CFS-Erkrankte (chronisches Erschöpfungssyndrom) in Salzburg. Diese neurologische Multisystemerkrankung betrifft etwa 5.000 Menschen im Bundesland, wobei ein Viertel der Betroffenen bettlägerig ist. Die neue Einrichtung wird Anfang 2026 ihren Betrieb aufnehmen und erstmals eine zentrale Anlaufstelle für die tausenden Betroffenen in der Region bieten.
Gesundheitslandesrätin Daniela Gutschi erläutert die aktuelle Problematik: „Wir wissen, dass es noch keine fertig entwickelte Therapie für dieses Krankheitsbild gibt und es unterschiedliche Symptomatiken gibt. Bisher war es so, dass der Hausarzt oder die Hausärztin die Betroffenen zu Ambulanzen geschickt hat, die dann aber vielleicht auch nicht weiterhelfen konnten.“ Mit dem neuen Zentrum soll der oft mühsame Weg durch verschiedene medizinische Einrichtungen für diagnostizierte Patienten deutlich verkürzt werden, so Gutschi.
Zentrale Anlaufstelle
Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch das Land Salzburg gemeinsam mit der Österreichischen Gesundheitskasse. René Wenzel, Leiter der Inneren Medizin am Tauernklinikum, wird die Verantwortung für das neue Zentrum übernehmen. „Es ist gedacht, dass wir eine offizielle Anlaufstelle mit den entsprechenden Strukturen schaffen im nächsten Jahr, wo die Patientinnen und Patienten aus dem ganzen Salzburger Raum dann hier beraten, betreut und therapiert werden“, erklärt Wenzel.
Der etablierte Versorgungspfad bleibt bestehen – Hausärztinnen und Hausärzte fungieren weiterhin als erste Anlaufstelle für Betroffene.