Ein schockierendes Video, vier Täter – und nun wächst der Druck auf die Politik, das Strafrecht grundlegend zu ändern.
Ein brutaler Tiermisshandlungsfall hat politischen Druck ausgelöst: Mehrere Tierschutzorganisationen haben sich in einem gemeinsamen offenen Brief an Justizministerin Anna Sporrer gewandt. Auslöser war ein Vorfall vom 30. April, bei dem vier Männer im Alter zwischen 16 und 24 Jahren eine Katze in einer Schottergrube misshandelten und töteten – eine Tat, die die Täter selbst auf Video festhielten.
Forderung nach Verschärfung
Die unterzeichnenden Organisationen verlangen eine spürbare Verschärfung des Strafrechts. Der geltende Paragraf 222 StGB sieht für rohe Misshandlung, das Zufügen unnötiger Qualen oder das Töten eines Tieres derzeit Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren vor. Dieses Strafmaß sei angesichts der Schwere solcher Vergehen nicht angemessen, kritisieren die Tierschützer, und fordern eine Anhebung des Strafrahmens auf fünf Jahre.
„Tierquälerei darf kein Kavaliersdelikt bleiben“, heißt es in dem Schreiben. Solche Taten seien keine Bagatelldelikte. Wer Tiere mutwillig quält, misshandelt oder tötet, überschreite eine moralische Grenze, „die eine humane Gesellschaft niemals relativieren darf“.
Gesellschaftliches Problem
Über die Strafverschärfung hinaus sprechen sich die Organisationen für ein automatisches Tierhalteverbot aus, das bei jeder Verurteilung wegen Tierquälerei greifen soll. Im offenen Brief verweisen sie zudem auf wissenschaftlich belegte Zusammenhänge zwischen Tierquälerei, antisozialem Verhalten und späterer Gewaltkriminalität – Tierquälerei sei damit nicht nur ein tierschutzrechtliches, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem.
Unterzeichnet wurde der Brief unter anderem von Tierschutz Austria, ARCHE NOAH AKTIVER TIERSCHUTZ AUSTRIA, dem Tierschutzverein Klosterneuburg, Wien und Umgebung, Keine Tauben OHREN, AG Wildtiere, Animal Spirit sowie Purzel & Vicky Tierheim und Gnadenhof.