Winterkleidung, Schlafsäcke und Powerbanks für Menschen auf der Flucht: Die Hilfsaktion im St. Pöltner Sonnenpark markiert den Höhepunkt einer erfolgreichen Spendenkampagne.
Von Donnerstag bis Sonntag läuft im Sonnenpark in St. Pölten eine Hilfsaktion für Menschen auf der Flucht entlang der Balkanroute. Besonders dringend werden Winterbekleidung sowie Überlebensausrüstung für den Aufenthalt im Freien benötigt – darunter Schlafsäcke, Isomatten, Decken und Rucksäcke. Auch Herrenschuhe bis Größe 45, Thermo-Unterwäsche, Hauben und Handschuhe stehen auf der Wunschliste. Praktische Hilfsmittel wie Stirnlampen, Smartphones und Powerbanks werden ebenfalls entgegengenommen. Wer die Initiative unterstützen möchte, kann dies alternativ auch durch Geldspenden tun.
Die Sammelaktion in Niederösterreich erreicht nun mit dem Wochenende in St. Pölten ihren Höhepunkt. Die bisherigen Aktionen in Amstetten, Krems, Neulengbach, Schwechat, Gmünd und Maria Enzersdorf brachten bereits über 200 Kisten mit Hilfsgütern zusammen. In diesem Winter konnten dadurch bereits zwei vollbeladene Lastwagen nach Bosnien entsendet werden. Ein weiterer Transport mit Sachspenden aus Niederösterreich soll in etwa zwei Wochen starten.
Breites Bündnis
Hinter der Aktion steht ein Bündnis mehrerer Organisationen, darunter SOS Balkanroute, die Steyler Missionare, Ankommen in Würde, Zusammenhalt Niederösterreich und die Seebrücke Herzogenburg. Laut einer Mitteilung verfolgen die Beteiligten das gemeinsame Ziel, „niemanden frieren lassen, Überleben sichern und Menschlichkeit erhalten“. Die Initiative wurde vor sechs Jahren von SOS Balkanroute ins Leben gerufen, seit fünf Jahren werden auch in Niederösterreich Spenden gesammelt.
Große Solidarität
„Die Spendenbereitschaft ist dieses Jahr überwältigend“, erklärt Florian Schmiedecker von SOS Balkanroute. Die positive Resonanz habe die Organisatoren selbst überrascht. Während das Thema Balkanroute in sozialen Medien oft negative Kommentare hervorrufe und viele Menschen zurückhaltend reagierten, erlebe man „in der Realität sehr viel Zuspruch und Solidarität“, so Schmiedecker.
Seit Beginn der Initiative vor sechs Jahren konnten insgesamt mehr als 70 Lastwagen mit Hilfsgütern auf den Weg gebracht werden.