Start News Chronik Serbischer „Beauty-Doc“ soll russischen Ärzten illegale Eingriffe überlassen haben
„PRAXIS“ IN WIEN

Serbischer „Beauty-Doc“ soll russischen Ärzten illegale Eingriffe überlassen haben

Symbolbild (FOTO: iStockphoto)

Ohne jegliche medizinische Ausbildung bot ein 33-Jähriger online seine Dienste als „Beauty Doc“ in Wien an. Wegen einer verpfuschten Schönheitsbehandlung zeigte eine Wienerin den Serben schließlich an. Dieser behauptet nun, russische Ärzte hätten die Eingriffe durchgeführt.

Seit April 2020 soll der 33-jährige serbische „Beauty-Doc“ immer wieder Wohnungen in Wien angemietet haben, um dort seine „OP-Praxis“ einzurichten. Über soziale Netzwerke soll er dort – ganz ohne jegliche medizinische Ausbildung – ästhetische Behandlungen angeboten haben. Eine verpfuschte Patientin zeigte den „Arzt“ schließlich an: Sie wollte mit einem Augenbrauen-Fadenlifting ein paar Falten loswerden. Doch bei der Behandlung soll die Frau derartig schlimme Verletzungen erlitten haben, dass sie – wie berichtet – im Spital operiert werden musste.

Patientin landete nach „Behandlung“ im Spital
Nachdem die Frau, die dem Betrüger zum Opfer gefallen war, ihn bei der Polizei anzeigte, nahm diese umgehend die Ermittlungen gegen den Serben auf. Bei der Festnahme des 33-Jährigen in einer Wohnung am Wiener Opernring stellte sich schließlich heraus, dass er gar keine medizinische Ausbildung hatte. Der Mann wurde festgenommen, mittlerweile ist er aber wieder auf freiem Fuß.

Falscher Beauty-Doc veranstaltete Seminare
Laut seinem Verteidiger Andreas Strobl gab der falsche Beauty-Doc an, nie selbst Schönheitsbehandlungen durchgeführt zu haben: „Er hat Seminare veranstaltet und zu diesen Ärzte aus Russland eingeladen. Die haben dann bei Patientinnen kleine Eingriffe durchgeführt“, so Strobl. Bei den Beauty-Behandlungen sollen unter anderem Lippen aufgespritzt und Falten mit Botox weggezaubert worden sein.

Beworben wurden die Verschönerungen laut Strobl auf Instagram und Facebook. Zwischen 300 und 500 Euro sollen die Eingriffe gekostet haben. „Bei den Seminaren wurde der Kontakt zwischen den Klientinnen und Ärzten vermittelt“, so der Anwalt des Angeklagten.

Hunderte Frauen sollen an den Veranstaltungen teilgenommen haben. Die Wienerin, die durch ihre Beauty-Behandlung im Krankenhaus landete, will der Verdächtige aber nicht kennen. „Mein Mandant weist jede Schuld von sich.“ Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

Quellen und Links:

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