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Gesundheitstrend

Steigende Krebsdiagnosen, aber sinkende Sterblichkeit?

Steigende Krebsdiagnosen, aber sinkende Sterblichkeit?
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Trotz steigender Krebsdiagnosen in Vorarlberg gibt es Grund zur Hoffnung: Die Sterblichkeit sinkt kontinuierlich, besonders deutlich bei Frauen mit 2,9 Prozent Rückgang.

In Vorarlberg erhalten jährlich rund 900 Frauen und 1.060 Männer die Diagnose einer bösartigen Krebserkrankung. Der neueste Krebsregisterbericht des Landes zeigt jedoch eine erfreuliche Entwicklung: Die Sterblichkeit bei Krebserkrankungen geht kontinuierlich zurück. Statistisch betrachtet erkrankt etwa jeder zwanzigste Vorarlberger im Laufe seines Lebens an Krebs.

Für den Zeitraum 2019 bis 2023 verzeichnet der aktuelle Bericht durchschnittlich 1.954 Neuerkrankungen pro Jahr. Obwohl diese Zahl im Vergleich zum vorherigen Erhebungszeitraum (2016-2018) gestiegen ist, führen Experten dies auf demografische Veränderungen zurück. Aktuell leben in Vorarlberg etwa 21.000 Menschen, die seit 1990 mit einer Krebsdiagnose konfrontiert wurden.

Die Krebssterblichkeit nimmt erfreulicherweise weiter ab, wobei der Rückgang bei Frauen mit 2,9 Prozent stärker ausfällt als bei Männern mit 1,9 Prozent. In den vergangenen Jahren verstarben jährlich etwa 360 Frauen und 430 Männer in Vorarlberg an bösartigen Tumoren. Patrick Clemens, Leiter des Vorarlberger Krebsregisters, sieht in dieser positiven Entwicklung einen Beleg für die Fortschritte in Früherkennung, Diagnostik und Therapie sowie für die hohe Qualität der onkologischen Versorgung im Bundesland.

Häufigste Krebsarten

Bei den Frauen dominiert das Mammakarzinom mit 31 Prozent aller Krebsdiagnosen, gefolgt vom Lungenkarzinom mit 10 Prozent. Diese beiden Krebsarten verursachen auch die meisten krebsbedingten Todesfälle bei Frauen, wobei die Sterblichkeitsrate bei beiden Erkrankungen mit rund 18 Prozent nahezu identisch ist – trotz der deutlich höheren Erkrankungszahlen beim Brustkrebs.

Bei den männlichen Patienten steht das Prostatakarzinom mit 27 Prozent an erster Stelle der Diagnosen, vor dem Lungenkarzinom mit 21 Prozent. In der Sterblichkeitsstatistik führt jedoch der Lungenkrebs mit 21 Prozent, während das Prostatakarzinom mit 12 Prozent den zweiten Rang einnimmt.

Das Krebsregister weist darauf hin, dass die Dateninterpretation unter Berücksichtigung möglicher Einflüsse der COVID-19-Pandemie erfolgen muss. In den Jahren 2020 bis 2022 könnte es zeitweise zu Verschiebungen bei Screenings und Diagnosestellungen gekommen sein. Das durchschnittliche Alter bei Krebsdiagnose liegt bei Frauen bei 67 Jahren und bei Männern bei 69 Jahren – ein Wert, der im Vergleich zu früheren Erhebungen konstant geblieben ist.

Überlebensraten

Die altersstandardisierten Fünf-Jahres-Überlebensraten bei den häufigsten Krebsarten in Vorarlberg übertreffen laut Krebsregisterbericht den EU-Durchschnitt. Bei Frauen weist Brustkrebs mit knapp 89 Prozent die höchste Überlebensrate auf, bei Männern führt Prostatakrebs mit fast 91 Prozent. Deutlich niedriger fällt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Lungenkrebs aus: Sie beträgt bei Frauen 28,5 Prozent und bei Männern 29,5 Prozent.

Die Vorarlberger Zahlen zu Neuerkrankungen und Sterblichkeit liegen insgesamt unter dem EU-Durchschnitt. Lediglich bei Hautkrebs wurden zuletzt mehr neue Fälle als im EU-Vergleich registriert, allerdings bei gleichzeitig niedrigerer Sterblichkeitsrate. Die Daten des Vorarlberger Krebsregisters zu Häufigkeit, Sterblichkeit und Überlebensraten stehen Gesundheitsberufen nun auch über ein interaktives Krebsstatistik-Dashboard online zur Verfügung.

Das Vorarlberger Krebsregister wird seit 1993 von der aks gesundheit GmbH betrieben und durch das Land Vorarlberg finanziert. „Dieses neue Service ermöglicht es unseren Onkologinnen und Onkologen zum Beispiel in Aufklärungsgesprächen direkt auf Patientenfragen zu reagieren, beziehungsweise auf fachlich relevante Infos mit regionalen Besonderheiten einfach zuzugreifen“, erklärt Clemens.

Die aks gesundheit GmbH plant zudem, künftig auch vorhandene Daten zur Kindergesundheit in Form eines digitalen Dashboards aufzubereiten.