Ein Schuss in der Klinik, ein maskierter Täter auf der Flucht und ein Arzt, der seinen Tod kommen sah.
In der Cirumed-Klinik im spanischen Marbella ist am 7. Oktober um 18:00 Uhr der international bekannte Chirurg Alexander A. erschossen worden. Der 57-Jährige, der seine medizinische Ausbildung in Österreich und Südafrika absolviert hatte und zu dessen Patientenkreis Prominente sowie Angehörige europäischer Königshäuser zählten, wurde von einem maskierten Angreifer in den eigenen Klinikräumlichkeiten getötet.
Flucht & Festnahme
Der Schütze war vollständig in Schwarz gekleidet und trug einen Helm. Nach der Tat flüchtete er auf einem Yamaha-Maxi-Scooter, wechselte im Bereich Bello Horizonte in einen Audi und wurde von der Polizei bis zu einer Unterkunft in Benalmádena verfolgt. Dort nahmen die Ermittler einen 18-jährigen schwedischen Staatsbürger fest, der jede Beteiligung an der Tat bestreitet. Der Fahrer des Fluchtfahrzeugs ist nach wie vor auf der Flucht und wird von der Polizei gesucht.
Vorherige Bedrohungen
Wie aus den Ermittlungen hervorgeht, war das Opfer in den Monaten vor seinem Tod mit ernsthaften Bedrohungen konfrontiert. Ein unzufriedener Klient hatte Alexander A. mit dem Tod bedroht. Darüber hinaus geriet er in einen Konflikt mit einer arabischen Kundin, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Druck auf den Arzt ausübte.
Hintergrund war eine Auseinandersetzung um eine Anzahlung im Zusammenhang mit einer geplanten Po-Vergrößerung: Er hatte sich angeblich geweigert und darauf beharrt, dass es sich um die „Standardgebühren“ für Vorbereitungsmaßnahmen handele. Die Frau und ihr Ehemann sollen den Arzt laut Medienberichten monatelang bedroht haben.
Bereits drei Tage vor seinem Tod hatte Alexander A. gegenüber seinem Umfeld Bedenken hinsichtlich seiner persönlichen Sicherheit geäußert.
Die Ermittlungsbehörden beziehen beide Konfliktstränge in ihre laufenden Untersuchungen ein.