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Tankfehler

Was tun, wenn man falschen Sprit getankt hat?

Was tun, wenn man falschen Sprit getankt hat?
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein Moment der Unachtsamkeit an der Zapfsäule kann teuer werden. Während manche Kraftstoff-Verwechslungen harmlos bleiben, drohen bei anderen schwere Motorschäden.

Es gibt zahlreiche Szenarien, in denen versehentlich der falsche Kraftstoff im Fahrzeugtank landet. Dies kann durch Unaufmerksamkeit, missverständliche Kennzeichnungen an Zapfsäulen oder mangelnde Erfahrung geschehen. Allerdings führt nicht jede Fehlbetankung zwangsläufig zu Problemen. Wer beispielsweise E10 statt E5 getankt hat, kann in der Regel beruhigt sein – diese Verwechslung bleibt meist ohne negative Folgen für den Motor. Voraussetzung ist allerdings, dass der Hersteller das Fahrzeug für E10 freigegeben hat, andernfalls könnten dennoch Motorschäden entstehen.

Benzin im Dieselmotor

Besonders problematisch wird es hingegen, wenn Benzin in einen Dieselmotor gelangt. Diesel erfüllt im Fahrzeug eine Doppelfunktion: Er treibt nicht nur das Auto an, sondern schmiert gleichzeitig die Einspritzpumpe – eine Eigenschaft, die Benzin fehlt. Ohne diese Schmierung entstehen durch Reibung Metallpartikel, die sowohl die Einspritzpumpe als auch den Motor nachhaltig schädigen können.

Bei einer solchen Fehlbetankung ist es daher entscheidend, den Motor keinesfalls zu starten. Bereits eine geringe Menge von etwa 0,5 Litern Benzin kann in einem Dieselfahrzeug gravierende Motorschäden verursachen. Die Reparaturkosten belaufen sich dann schnell auf mehrere tausend Euro.

Richtige Maßnahmen

Der ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club) rät bei einer Benzin-Fehlbetankung in Dieselfahrzeugen zum Abschleppen des Fahrzeugs und einer professionellen Tankreinigung. In der Werkstatt wird der Tankinhalt vollständig abgepumpt und der Tank gereinigt, um sämtliche Rückstände des falschen Kraftstoffs zu entfernen. Diese Vorsichtsmaßnahme kostet typischerweise zwischen 250 und 300 Euro.

Der umgekehrte Fall – Diesel in einem Benziner – tritt konstruktionsbedingt seltener auf, da die Diesel-Zapfpistole nicht in die Tanköffnung von Benzinfahrzeugen passt. Sollte dennoch jemand über einen Kanister Diesel in einen Benziner gefüllt haben, sind die Folgen meist weniger gravierend als bei der zuvor beschriebenen Variante.

Trotzdem empfiehlt sich auch hier das Abschleppen und Auspumpen des Tanks, um potenzielle Schäden zu vermeiden.

Versicherungen und Kostenübernahme

Bei einer Fehlbetankung stellt sich für viele Fahrer die Frage nach der Kostenübernahme durch die Versicherung. Hier muss leider in den meisten Fällen enttäuscht werden: Die Kfz-Haftpflichtversicherung kommt grundsätzlich nicht für Schäden am eigenen Fahrzeug auf, sondern deckt ausschließlich Schäden an fremden Fahrzeugen oder Eigentum.

Auch bei der Kaskoversicherung sieht es häufig nicht besser aus. Eine Kostenübernahme erfolgt nur dann, wenn die Fehlbetankung in den Versicherungsbedingungen explizit als versicherter Bedienungsfehler aufgeführt ist – was bei den meisten Standardpolicen nicht der Fall ist. Die Kosten für das Abpumpen des Kraftstoffs und eventuelle Motorschäden müssen Betroffene daher in der Regel selbst tragen.

Einige Versicherungen bieten mittlerweile spezielle Zusatzbausteine an, die auch Fehlbetankungen abdecken. Vor allem in Premium-Kaskotarifen sind solche Schäden teilweise mitversichert. Wer häufig zwischen verschiedenen Fahrzeugen wechselt oder sein Auto oft an andere Fahrer verleiht, sollte prüfen, ob sich ein entsprechender Zusatzschutz lohnt.

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KO KOSMO-Redaktion
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