Start NEWS PANORAMA Washington-Vertrag könnte Serbien den Kosovo kosten
VUČIĆ IN DER BREDOUILLE

Washington-Vertrag könnte Serbien den Kosovo kosten

(FOTOS: zVg.)

Die Unterzeichnung eines Vertrages im Weißen Haus durch den serbischen Präsidenten und kosovarischen Ministerpräsidenten mit den USA sorgte für ein außenpolitisches Debakel.

Professor Vojin Rakić, Vorsitzender des UNESCO-Bioethikprogrammes in Serbien, erklärte, dass Aleksandar Vučićs Besuch im Weißen Haus und der dort unterzeichnete Vertrag schwere Folgen für Serbien haben könne. Die Tatsache, dass Serbien sich dazu verpflichtete, die Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, würde gegen die Resolution 478 des UN-Sicherheitsrates verstoßen.

„Damit wendet sich Serbien von der EU ab“, fügte Rakić hinzu, da nur Amerika und Guatemala ihre Botschaften in Jerusalem haben, während die EU-Mitgliedstaaten ausdrücklich von so seinem Schritt aufgrund der Resolution 478 absehen. „Gleichzeitig hat Serbien Vereinbarungen mit der EU. Amerika kann sich eine Botschaft in Jerusalem erlauben, Serbien wird jedoch mit Folgen zu rechnen haben“, so der Professor weiter.

Problem mit der Resolution 1244
Serben hat sich in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Kosovo-Frage immer wieder auf die Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates berufen. Die Tatsache, dass der Vertrag aus Washington jedoch eine andere UN-Resolution missachtet, könnte Vučićs Pläne für die abtrünnige Provinz kreuzen. „Da Serbien die UN-Resolution bezüglich Israel missachtet wird auch die Verhandlungsposition bezüglich des Kosovos schwächer. Die Albaner könnten argumentieren, dass Serbien aus diesem Grund kein Recht auf ein Beharren auf der Resolution 1244 hat“, betonte Rakić.

Der Professor geht sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnet den Washington-Vertrag als großen Verlust Aleksandar Vučićs hinsichtlich dessen Kosovo-Politik. Laut Rakić verfüge der serbische Präsident jedoch nicht über die notwendige Vollmacht, so eine Entscheidung zu treffen. Dies obliege der Regierung des Landes, weshalb der Professor Zweifel daran hegt, wie bindend der Vertag aus Washington überhaupt ist.

Das gesamte Video-Interview von Professor Vojin Rakić für N1 findet ihr auf der zweiten Seite!