Mit dem Versprechen günstiger Bitcoins lockten sie ihr Opfer in die Falle. Nun sitzt ein Österreicher in Kroatien hinter Gittern – der digitale Raubzug brachte 154.000 Euro.
Ein 45-jähriger Mann aus Österreich wurde in Kroatien verhaftet, nachdem er zusammen mit einem Komplizen einen 39-jährigen Kroaten um 154.000 Euro in Form von Bitcoins betrogen haben soll. Der Verdächtige befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Wie die Polizei in Zadar mitteilte, fiel der 39-jährige Kroate auf einen ausgeklügelten Kryptowährungsbetrug herein, bei dem ihm mehr als 150.000 Euro entwendet wurden.
Der österreichische Staatsbürger, der vorübergehend in Kroatien lebte, hatte gemeinsam mit seinem 42-jährigen kroatischen Mittäter dem Opfer angeblich die Gelegenheit geboten, Bitcoins unter dem Marktpreis zu kaufen und dies als lukrative Investitionsmöglichkeit dargestellt. Das Opfer verfügte über Kenntnisse im Bereich der Kryptowährungen und willigte in die Zusammenarbeit ein.
Digitaler Diebstahl
Während eines ersten Treffens soll der 42-jährige Komplize heimlich die sogenannten „Seed-Phrasen“ – eine Liste mit 24 Passwörtern zum Zugriff auf private Krypto-Wallets – fotografiert haben. Diese Aufnahmen leitete er vermutlich an den Österreicher weiter, der dann am 23. Dezember 2024 unerlaubt auf das digitale Wallet des Opfers zugriff.
Der 45-Jährige transferierte daraufhin den kompletten Bitcoin-Bestand im Wert von 154.000 Euro auf sein eigenes Krypto-Wallet. In den darauffolgenden Wochen bis zum 14. Jänner verteilte der Verdächtige die Beute durch mehrere kleinere Transaktionen auf verschiedene Blockchain-Adressen, führte die Gelder wieder zusammen und überwies einen Teil auf das Wallet eines ausländischen Staatsbürgers.
Ermittlungserfolg
Die Verdächtigen wurden in dieser Woche festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Zuvor hatten die Ermittler Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht, digitale Geräte untersucht, Verdächtige verhört und Lügendetektortests durchgeführt. Dabei kamen sowohl digitale Forensik als auch klassische kriminalistische Methoden zum Einsatz.
In Österreich nehmen Betrugsfälle zu, bei denen Täter ihre Opfer online oder telefonisch mit bekannten Maschen um hohe Geldbeträge bringen. Im vergangenen Jahr wurden 3.400 solcher Fälle registriert. Eine typische Betrugsmasche ist der „Cyber-Trading-Fraud“, bei dem Opfer über professionell gestaltete Online-Broker-Plattformen in Aktien oder Kryptowährungen investieren.
Anfangs werden kleine Gewinne vorgetäuscht, um die Opfer zu höheren Einzahlungen zu verleiten, bevor die Betrüger mit dem Geld verschwinden.