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STIFTUNG WARENTEST

83 von 141 Verhütungsmittel fallen im Test durch!

(FOTOS: iStockphotos)

Die Stiftung Warentest hat insgesamt 141 Verhütungsmittel unter die Lupe genommen: Das erschreckende Ergebnis: Nur 58 davon sind geeignet. Hier alle Details.

Pillen, Implantate und Verhütungspflaster – Die Stiftung Warentest stellte unterschiedlichste Verhütungsmittel auf den Prüfstand. Insgesamt 141 unterschiedliche Präparate wurden genauestens inspiziert. 83 davon fielen beim Stiftung Warentest durch! Allerdings stand im Fokus der Untersuchungen nicht die Wirksamkeit, sondern die Verträglichkeit der Produkte.

Bei der Anti-Baby-Pille kritisierten die Experten etwa das erhöhte Thrombose-Risiko. Um dieses zu vermeiden, empfehlen sie Präparate mit einem niedrigen Östrogengehalt. Aber bei Implantaten, Verhütungspflastern und -ringen sei das Risiko laut Testern sogar noch größer, als bei der Pille.

Hormon- und Kupferspiralen scheinen hingegen gut als Verhütungsmittel zu sein. Sie werden jedoch eher Frauen empfohlen, die keinen Kinderwunsch haben, da sie das Potenzial haben, eine Beckenentzündung zu verursachen, die sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken könnte.

Drei unterschiedliche Verhütungsmittel: Pille – Spirale – Vaginalring (FOTO: iStockphoto)

Von einer 3-Monats-Spritze als Verhütungsmittel raten die Experten jedoch eindringlich ab. Der Grund: Das Thrombose-Risiko sei hierfür bislang noch nicht geklärt. Außerdem könnte sie zu einer Verringerung der Knochendichte führen. Sie ist daher nur für Frauen zu empfehlen, die sonst keine anderen Verhütungsmittel vertragen.

Die Pille ist in Österreich mit großem Abstand (34 Prozent) die häufigste von Frauen angewendete Verhütungsmethode, gefolgt von der Hormonspirale (sechs Prozent)“, erklärte der Wiener Gynäkologe und Verhütungsexperte DDr. Christian Fiala anlässlich des 60. Jubiläums der Pille im Jahr 2020 gegenüber der APA.

Angst vor der Pille keine Seltenheit
Doch in den letzten Jahren macht sich zunehmend eine Ablehnung hormoneller Verhütungsmittel bemerkbar. Die Folge davon: Während Frauen in den ersten Pillen-Generationen noch wussten, dass natürliche Verhütung zu zahlreichen ungewollten Schwangerschaften führt, ist dieses Bewusstsein für die natürliche Fruchtbarkeit in den letzten Jahrzehnten zunehmend verloren gegangen. Mittlerweile glaubt ein Fünftel der Frauen, dass sie ganz ohne Verhütung ohnehin nur bis zu drei Kinder bekommen würde. Die Folge: Viele ungewollte Schwangerschaften und Abtreibungen als Folge des „pill scare“.

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