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Klimakrise

Klimawandel: Selbst im besten Klimaszenario steigt die Brandfläche um 39 Prozent

Klimawandel: Selbst im besten Klimaszenario steigt die Brandfläche um 39 Prozent
Foto: Mit KI generiert
3 Min. Lesezeit |

Europas Wälder brennen häufiger, größer, intensiver – und neue Daten zeigen, wie dramatisch sich das bis 2100 zuspitzen könnte.

Europa steht in den kommenden Jahrzehnten vor einer massiv wachsenden Waldbrandgefahr. Wie aus einer neuen Untersuchung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) unter Beteiligung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung hervorgeht, könnte die jährlich verbrannte Fläche bis zum Ende des Jahrhunderts selbst im günstigsten Klimaszenario um 39 Prozent zunehmen – vorausgesetzt, es werden keine zusätzlichen Maßnahmen im Bereich des Brandmanagements ergriffen. Aktuelle Berechnungen verdeutlichen, wie gravierend sich die Situation bis 2100 entwickeln könnte.

Selbst bei einer vergleichsweise moderaten Klimaentwicklung erwarten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erheblich größere Brandflächen. Verbessertes Feuermanagement kann zwar Abhilfe schaffen – die Klimakrise selbst lässt sich damit jedoch nicht kompensieren.

Klimawandel als Treiber

Als zentraler Treiber dieser Entwicklung gilt das Klima: Steigende Temperaturen begünstigen jene Kombination aus Hitze, Trockenheit und Wind, unter der sich selbst kleine Feuer rasch zu unkontrollierbaren Flächenbränden ausweiten können. Besonders alarmierend sind die Projektionen für ein Szenario mit stärkerer Erderwärmung. Bei einem globalen Temperaturanstieg von 3,6 Grad könnte sich die verbrannte Fläche in Europa nahezu verdreifachen.

Für ihre Berechnungen verglichen die Forschenden die erwarteten jährlichen Brandflächen im Zeitraum 2070 bis 2100 mit Modellwerten aus den Jahren 2000 bis 2030. Das günstigere Szenario geht von einer Erwärmung um 1,8 Grad aus. Derzeit liegt die globale Erwärmung bereits bei rund 1,4 Grad.

Die Studie macht zugleich deutlich, dass verbesserte Prävention und ein effizienteres Feuermanagement einen wesentlichen Beitrag zur Risikominderung leisten könnten. Optimierungen bei der Brandbekämpfung hätten das Potenzial, einen erheblichen Teil der zusätzlichen Gefährdung abzufedern. Den Einfluss steigender Temperaturen vollständig auszugleichen, ist auf diesem Weg jedoch nicht möglich.

Wie akut die Lage bereits ist, zeigt der laufende Sommer. Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit überdurchschnittlichen Temperaturen – auch innerhalb der EU – verschärft sich die Waldbrandsaison spürbar. In Spanien und Portugal wurden für diese Jahreszeit bereits Rekordwerte bei den abgebrannten Flächen verzeichnet. In Portugal brannten im September 2024 innerhalb weniger Tage mehr als 140.000 Hektar – die größte verbrannte Fläche seit 2017.

Megafeuer als Gefahr

Schwere Brände beschränken sich längst nicht mehr auf den traditionell besonders gefährdeten Süden des Kontinents. Auch Großbritannien, Belgien und Deutschland waren von Feuern betroffen, während Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Kroatien gleichzeitig mit massiven Bränden kämpften.

Ein weiteres Problem rückt dabei in den Fokus der Wissenschaft: Über Jahre hinweg wurden auch kleinere Feuer konsequent und rasch gelöscht. In der Folge konnte sich in manchen Landschaften eine erhebliche Menge trockener Vegetation ansammeln, die unter extrem heißen und trockenen Bedingungen als zusätzlicher Brennstoff wirkt. Das Ergebnis erscheint paradox: Zwar entstehen insgesamt weniger Feuer, doch einzelne Brände können deutlich intensiver werden und sich zu sogenannten Megafeuern entwickeln.

Genau aus diesem Grund warnen die Forschenden davor, allein auf bessere Löschkapazitäten zu vertrauen. Entscheidend seien sowohl ein durchdachterer Umgang mit Landschaften und Vegetation als auch konsequenter Klimaschutz.

Denn selbst deutlich verbesserte Brandbekämpfung stößt an ihre Grenzen, wenn Hitze, Trockenheit und extreme Wetterereignisse immer häufiger auftreten.

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KO KOSMO-Redaktion
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