Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
neuer IBAN-Check

Ab Oktober: Das ändert sich bei Banküberweisungen!

Ab Oktober: Das ändert sich bei Banküberweisungen!
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Neue Regeln für Banküberweisungen sorgen ab Oktober für mehr Sicherheit im Zahlungsverkehr. Der automatische IBAN-Check kommt – trotz Millionenkosten ohne Aufpreis für Kunden.

Ab Herbst treten bedeutende Änderungen im Zahlungsverkehr in Kraft. Die EU-Verordnung verpflichtet Finanzinstitute, Sofortüberweisungen ohne Zusatzgebühren anzubieten und bei jeder Transaktion automatisch die Übereinstimmung zwischen IBAN und Empfängername zu verifizieren. Trotz millionenschwerer Investitionen der Banken in diese neuen Funktionen wie den IBAN-Check dürfen sie den Kunden dafür keine Kosten in Rechnung stellen.

Unabhängig davon, ob Überweisungen digital oder traditionell am Bankschalter per Zahlschein erfolgen, werden ab dem 9. Oktober sämtliche SEPA-Überweisungen in Euro vor der Ausführung einer Prüfung unterzogen. Michaela Keplinger-Mitterlehner von der Sparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Oberösterreich dazu: „Das ist eine Sicherheitsmaßnahme. Hier ist die Motivation des Gesetzgebers, Betrügereien möglichst einzudämmen. Denn manchmal ist es schon vorgekommen, dass Rechnungen ausgestellt wurden, wo Betrüger den eigenen IBAN eingesetzt und das Geld auf diese Art und Weise umgeleitet haben. Das wird jetzt verhindert.“

⇢ Fruchtbarkeitsrisiko: EU zwingt Nagelstudios, Gel wegzuwerfen!

IBAN-Prüfung

Künftig erhalten Bankkunden bei Überweisungen unmittelbare Rückmeldung zur Korrektheit ihrer Eingaben, erläutert Keplinger-Mitterlehner: „Es wird in sekundenschnelle überprüft ob der IBAN und der Wortlaut des Empfängers übereinstimmen. Ist das der Fall, bekommt der Kunde ein grünes Signal. Gibt es geringe Abweichungen, bekommt der Kunde ein gelbes Signal. Bei großen Abweichungen ist das Signal rot.“

Das neue System funktioniert als Echtzeit-Abgleich und ist für alle Kreditinstitute europaweit verpflichtend. Bei größeren Abweichungen zwischen eingegebenem Empfängernamen und der tatsächlich zur IBAN gehörenden Person oder Institution erhalten Kunden einen deutlichen Warnhinweis.

Sowohl die Kreditinstitute als auch Verbraucherschützer raten zu sorgfältiger Dateneingabe und zur Beachtung eventueller Warnhinweise. Karolin Thalhammer vom Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich weist auf die Haftungsfrage hin: „Wenn die Bank sagt, Achtung das stimmt nicht überein, und der Kunde oder die Kundin es dennoch überweisen will, wird es so sein, dass die Haftung nicht bei der Bank liegt.“ Diese Haftungsregelung ist Teil der neuen EU-Bestimmungen und bedeutet eine klare Verantwortungsverschiebung zu den Auftraggebern.

Echtzeitüberweisungen

Eine weitere Neuerung betrifft ab dem 9. Oktober die Echtzeitüberweisungen, die Banken ohne Aufpreis anbieten müssen. Die EU-Vorschrift besagt eindeutig, dass Sofortüberweisungen maximal zehn Sekunden dauern dürfen und nicht teurer sein dürfen als herkömmliche SEPA-Überweisungen. Allerdings sollte die Nutzung dieser Serviceleistung wohlüberlegt sein, da bei Fehlüberweisungen die Rückabwicklung problematisch werden kann. Keplinger-Mitterlehner erklärt: „Es wird natürlich bei einer Überweisung in zehn Sekunden nicht mehr möglich sein, hier etwas zurück zu holen. Aber die meisten Banken haben das auch so eingestellt, dass der Kunde auswählen kann, ob er die Echtzeitüberweisung in zehn Sekunden haben möchte – oder eine Überweisung die im Normalfall einen Tag dauert.“

Bankkunden können zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen bei ihren Überweisungen treffen, empfiehlt Karolin Thalhammer: „Es ist möglich ein Transaktionslimit zu setzen. Das legen wir natürlich Konsumentinnen und Konsumenten nahe.

Denn wenn man einmal eine höhere Transaktion tätigen möchte, dann ist das in der Regel relativ einfach, dass man das umstellt und im alltäglichen Zahlungsverkehr ist man dadurch besser gesichert wenn man niedrigere Limits setzt.“

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen