Nagelstudios stehen vor einem abrupten Umbruch: Ab September sind beliebte Gele mit dem Inhaltsstoff TPO verboten. Die EU-Regelung schützt vor Gesundheitsrisiken.
Ab dem ersten September tritt in Österreich ein Verbot für Nagelgele mit dem Inhaltsstoff TPO (Triphenylphosphinoxid) in Kraft. Diese Maßnahme basiert auf der EU-Verordnung (EU) 2024/197, die den Stoff aufgrund seiner gesundheitlichen Risiken vom Markt nimmt. TPO steht unter Verdacht, negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit zu haben und kann für ungeborene Kinder während der Schwangerschaft gefährlich sein. Die Europäische Chemikalienagentur hat TPO als fortpflanzungsgefährdend der Kategorie 1B eingestuft und zusätzlich als potenziell krebserregend bewertet.
Herausforderungen für Studios
Die kurzfristige Ankündigung des Verbots stellt viele Nagelstudios vor erhebliche Herausforderungen. Da die Bekanntmachung erst im Juli erfolgte, blieben den betroffenen Betrieben nur wenige Wochen Zeit, um ihr Produktsortiment anzupassen. Für österreichische Nagelstudios bedeutet die neue Vorschrift, dass sie sämtliche TPO-hältigen Produkte entsorgen müssen.
Diese Maßnahme führt bei vielen Betrieben zu finanziellen Einbußen, da Restbestände im Wert von mehreren tausend Euro vernichtet werden müssen. Bei behördlichen Kontrollen drohen rechtliche Konsequenzen, wenn Studios nach dem Stichtag noch TPO-haltige Produkte verwenden oder anbieten.
Alternativen am Markt verfügbar
Viele Hersteller haben bereits auf TPO-freie Alternativen umgestellt, die vergleichbare Qualität und Aushärtung bieten. Bei den neuen Rezepturen kann es jedoch zu leicht verlängerten Aushärtungszeiten oder Anpassungen bei der Anwendung kommen. Die Umstellung auf TPO-freie Produkte ist für Nagelstudios unerlässlich, um weiterhin gesetzeskonform und sicher arbeiten zu können.