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Infrastrukturprojekt

Adria-Autobahn: Bosnien startet Mega-Korridor durch Kroatien

Adria-Autobahn: Bosnien startet Mega-Korridor durch Kroatien
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Sieben Länder, 1.080 Kilometer und strategische Bedeutung für 60 Millionen Menschen – der Adriatisch-Ionische Verkehrskorridor nimmt mit neuen Bauabschnitten konkrete Form an.

Der Adriatisch-Ionische Verkehrskorridor stellt eine der wichtigsten Straßenverbindungen Südosteuropas dar. Die rund 1.080 Kilometer lange Route erstreckt sich entlang der Ostküste der Adria und des Ionischen Meeres – von Triest bis zum griechischen Hafen Igoumenitsa. Als internationale Fernstraßen E-61, E-65 und E-80 ausgewiesen, durchquert der Korridor insgesamt sieben Länder: Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien und Griechenland.

Obwohl nicht Teil des europäischen TEN-T-Kernnetzes (transeuropäisches Verkehrsnetz), besitzt diese Verkehrsachse erhebliche strategische Bedeutung für die gesamte Adriatisch-Ionische Region – ein Gebiet mit etwa 450.000 Quadratkilometern und rund 60 Millionen Einwohnern. In der Längsrichtung verbindet sie die Anrainerstaaten der östlichen Adria und des Ionischen Meeres, während sie in der Querrichtung wichtige Verkehrs- und Wirtschaftsverbindungen zu Mitteleuropa und dem nördlichen Adriaraum schafft.

Fortschritte in Bosnien

In Bosnien und Herzegowina gibt es nun Fortschritte beim Ausbau eines Teilstücks der Adriatisch-Ionischen Autobahn. Das Staatsunternehmen Autoceste Federacije BiH hat einen Vertrag zur Erstellung der Projektdokumentation für eine acht Kilometer lange Verbindungsstrecke vergeben. Diese soll vom Autobahnknoten zur Hauptstraße M17.3 führen. Den Zuschlag erhielt ein Konsortium aus den Unternehmen Integra Mostar und IGH Mostar. Der Vertragswert beläuft sich auf rund 415.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer und Rabatt.

Diese Entscheidung folgt auf ein Einspruchsverfahren: Das bosnische Büro für Beschwerdeprüfung hatte den Einspruch von Integra und IGH stattgegeben und eine frühere Vergabeentscheidung aufgehoben, die den Auftrag einer von der Firma Radis aus Sarajevo-Ost angeführten Gruppe zugesprochen hatte. Nachdem der ursprünglich erstplatzierte Bieter die erforderlichen Unterlagen nicht fristgerecht einreichte, ging der Auftrag gemäß den gesetzlichen Bestimmungen an das zweitplatzierte Konsortium.

Für die im September 2024 veröffentlichte Ausschreibung gingen insgesamt elf Angebote ein, wobei der Preis als einziges Zuschlagskriterium galt. Der Vertrag erlangt Rechtskraft, sobald die ausgewählten Auftragnehmer innerhalb von fünf Tagen die Originaldokumente oder beglaubigte Kopien vorlegen – wie es das bosnische Vergaberecht vorschreibt.

Der betreffende Streckenabschnitt bildet eine zentrale Verbindung zwischen der Adriatisch-Ionischen Autobahn und den regionalen Hauptverkehrsrouten. Das Projekt umfasst zudem einen etwa zwei Kilometer langen Teilabschnitt der westlichen Umgehungsstraße von Stolac. Die gesamte Dokumentation muss in enger Abstimmung mit dem Straßenbauunternehmen JP Ceste FBiH und der Stadtverwaltung von Stolac erstellt werden.

Bei früheren Untersuchungen wurde die Position des neuen Verkehrsknotens Krusevo auf der Strecke Stolac-Pocitelj geprüft. Nach Bewertung von vier möglichen Varianten wurde die Option Nummer 1 als technisch vorteilhafteste Lösung identifiziert und von der Stadt Stolac offiziell bestätigt.

Kroatiens Herausforderungen

In Kroatien ist die Adriatisch-Ionische Autobahn noch nicht vollständig fertiggestellt. Eine der letzten und anspruchsvollsten Etappen liegt zwischen Dubrovnik und Metkovic. Kürzlich wurden die Angebote für den Bau zweier Teilabschnitte der Strecke Rudine-Osojnik auf der Autobahn A1 geöffnet.

Für den ersten Abschnitt gingen sieben Angebote ein, für den zweiten bekundeten fünf Unternehmen ihr Interesse. Allerdings zeichnet sich ein erhebliches Kostenproblem ab: Sämtliche eingereichten Angebote überschreiten in beiden Fällen deutlich die veranschlagten Baukosten – selbst die günstigsten Offerten liegen mehrere zehn Millionen Euro über den ursprünglichen Schätzungen.

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KO KOSMO-Redaktion
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