Abschied in Brestač: Während ein Dorf trauert, sorgt eine stille Geste mitten im Schmerz für Gänsehaut.
Die Sängerin Ivana Sasic ist als eine der Ersten in Brestač eingetroffen, um ihrem Kollegen und Freund Darko Lazic in diesen schweren Stunden zur Seite zu stehen. Sein Bruder Dragan Lazic war am 11. März am frühen Nachmittag in der Nähe von Šabac bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Der Leichnam wurde noch am selben Tag in den Heimatort der Familie überführt – gegen 16 Uhr empfingen die Angehörigen ihn dort.
Die Nachricht vom Tod seines Bruders traf Familie, Freunde und die gesamte Dorfgemeinschaft mit voller Wucht. Dragan Lazić war ebenfalls Sänger und hatte etwa 80 Auftritte pro Jahr mit seiner Band.
Stille Trauer
Sichtlich bewegt betrat Ivana das Elternhaus der Familie Lazic. Eine Umarmung, ein paar tröstende Worte – mehr braucht es manchmal nicht, um zu zeigen, dass man füreinander da ist. Im Laufe des Tages reisten weitere Kolleginnen und Kollegen aus der Musikbranche an, die Darko persönlich ihr Mitgefühl aussprechen wollten.
Auch Sängerin Biljana Secivanovic traf gemeinsam mit ihrem Mann Aleksandar Nedic in Brestač ein. Freunde, Verwandte und Wegbegleiter versammelten sich, um gemeinsam mit der Familie Lazic Abschied zu nehmen – und um zu zeigen, dass Zusammenhalt gerade dann zählt, wenn das Leben am schwersten wiegt.
Berührende Geste
Inmitten all des Schmerzes fiel eine kleine, aber berührende Geste auf: Trotz der familiären Tragödie sorgte die Familie dafür, dass auch die vor dem Haus wartenden Journalisten und Fotografen nicht vergessen wurden. Ein Freund der Familie ging regelmäßig zu den versammelten Medienvertretern und fragte, ob sie etwas zu essen oder zu trinken benötigten. Viele empfanden das als Zeichen echten Respekts gegenüber Menschen, die in einem so sensiblen Moment ihrer Arbeit nachgehen.
Der junge Mann, der sich um die Journalisten kümmerte, war selbst Teil jener Motorradkolonne, in der Dragan Lazic am Unfalltag mitfuhr. Er war dabei, als das Unglück geschah – und steht nun selbst mitten in der Trauer.
Dass er dennoch an andere dachte, hat viele bewegt.