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Prozessauftakt

Dämon vernichten“: Eltern quälten Elias (3) monatelang zu Tode

Dämon vernichten“: Eltern quälten Elias (3) monatelang zu Tode
FOTO: iStock/eranicle
3 Min. Lesezeit |

Ein Paar soll seinen dreijährigen Sohn systematisch gequält und verhungern lassen. Der Prozess enthüllt ein Martyrium, das die Eltern mit einem angeblichen Dämon rechtfertigten.

Heute beginnt in Innsbruck der Prozess gegen ein Elternpaar, das seinen dreijährigen Sohn durch massive Misshandlung und Vernachlässigung zu Tode gebracht haben soll. Den damals 27-jährigen Eltern wird vorgeworfen, ihr Kind vorsätzlich gequält und getötet zu haben. Der im Feber 2021 geborene Junge verstarb am 19. Mai 2024 in seinem Zuhause im Bezirk Kufstein – Todesursache waren Unterernährung und Dehydrierung.

Laut Anklageschrift hatten die Eltern den Buben seit Dezember 2023 systematisch misshandelt. Die Ermittlungen zeichnen ein Bild unfassbarer Grausamkeit: Das Kind wurde vom Familienleben vollständig ausgeschlossen, regelmäßig eingesperrt und wiederholt an Händen und Füßen gefesselt – teilweise mit verbundenen Augen.

Die Eltern sollen ihn geschlagen, an WC-Armaturen festgebunden und stundenlang in völliger Dunkelheit isoliert haben. In späteren Phasen der Misshandlung musste der Bub fast vollständig unbekleidet oder nur mit Windel in einer Schublade ausharren – oft bis zu 22 Stunden täglich über mehrere Tage hinweg.

Erschreckende Vernachlässigung

Als Schlafplatz diente ihm ein Lattenrost ohne Matratze. Parallel dazu erhielt er kaum Nahrung und Flüssigkeit. Die Obduktion offenbarte das erschreckende Ausmaß der Vernachlässigung: Bei einer Körpergröße von 94 Zentimetern wog der Dreijährige nur noch etwas mehr als sieben Kilogramm – weniger als die Hälfte des altersgerechten Normalgewichts.

Der Junge war eines von vier Kindern, darunter eine Zwillingsschwester sowie zwei weitere Schwestern im Alter von fünf und zwei Jahren. Die Familie lebte isoliert und in finanziell prekären Verhältnissen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft flüchteten sich die Eltern in eine mystische Wahnwelt, in der sie einen vermeintlichen Dämon im Körper ihres Sohnes für ihre Probleme verantwortlich machten – ein Dämon, den es zu vernichten galt.

Dokumentierte Grausamkeit

Die Anklage stützt sich unter anderem auf WhatsApp-Nachrichten und E-Mails, in denen die Beschuldigten die Misshandlungen dokumentierten und sich gegenseitig bestärkten. Sie hielten die Qualen des Kindes teilweise auf Fotos und Videos fest und nutzten sogar eine Überwachungskamera. Den Großeltern gegenüber erfanden sie Ausreden, um das Fehlen des Buben zu erklären.

Die Mutter zeigte sich im Verfahren geständig und rechtfertigte ihr Handeln mit dem angeblichen Dämon. Der Vater äußerte zwar Reue, machte jedoch keine weiteren Angaben. Ein psychiatrisches Gutachten diagnostizierte bei beiden eine Persönlichkeitsstörung mit sadistischen Zügen, attestierte ihnen jedoch Zurechnungsfähigkeit.

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die Eltern ihren Sohn mit Vorsatz und besonderer Grausamkeit zu Tode brachten. Bei einer Verurteilung droht ihnen eine Freiheitsstrafe bis zu lebenslänglich.

Für die Mutter wurde zusätzlich die Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum beantragt. Die drei Schwestern des getöteten Jungen leben inzwischen in Pflegefamilien.

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KO KOSMO-Redaktion
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