Start News Chronik
Entwarnung

Grazer Bombenleger: „Verlorener“ Sprengsatz war doch im Auto

(FOTO: iStock/Spitzt-Foto)
(FOTO: iStock/Spitzt-Foto)

Ermittler in der Steiermark haben den Sprengsatz gefunden. Er war in einem Fahrzeug versteckt und von dem 55-jährigen Mann vermutlich in Mordabsicht platziert worden.

Dies bestätigte die Landespolizeidirektion Steiermark in einer offiziellen Mitteilung. Entgegen der ersten Angaben des Beschuldigten, lokalisierten die Ermittler die Bombe an einem ganz anderen Ort im Fahrzeug, geschickt hinter einem Verbau verborgen.

Überraschende Entdeckung

Unklar ist weshalb die anfänglichen Durchsuchungen durch Sprengstoffspürhunde erfolglos blieben und ob besondere Umstände oder mögliche Täuschungsmanöver seitens des mutmaßlichen Täters dazu geführt haben könnten. Der sichergestellte Sprengsatz wird derzeit genauestens untersucht, um mögliche Hinweise auf dessen Beschaffenheit und den geplanten Einsatz zu erhalten.

Anschlag geplant

Die Festnahme des Mannes erfolgte am vergangenen Mittwoch. Ihm wird zugerechnet, eine Serie versuchter Angriffe auf Mitglieder der Zeugen Jehovas in der Steiermark initiiert zu haben. Seinen Angaben zufolge war jedoch sein primäres Ziel der Tod seiner Ex-Frau, die Attentate auf die Glaubensgemeinschaft dienten bloß als Ablenkungsmanöver.

Großeinsatz in Graz

Nachdem der Beschuldigte eingeräumt hatte, einen Sprengsatz am Auto seiner ehemaligen Gattin angebracht zu haben, entdeckten Einsatzkräfte das Fahrzeug schnell auf einem Parkplatz in Graz. Bei dem darauffolgenden Großeinsatz, begleitet von umfangreichen Straßensperren, konnten zunächst keine Beweise für einen Sprengsatz gefunden werden – bis auf einen Magneten am Unterboden, der anscheinend zur Befestigung diente. Erst bei einer darauffolgenden, tiefergehenden Untersuchung, bei der das Auto auf einer Hebebühne angehoben wurde, kam der tatsächliche Sprengsatz zum Vorschein.

Bisherige Anschlagsversuche

Seit August 2023 wurden in der Region mehrere Sprengkörper entdeckt. Zwei davon explodierten unter den Fahrzeugen von Mitgliedern der Zeugen Jehovas in Leibnitz. Des Weiteren fand man in Kalsdorf bei Graz einen funktionstüchtigen Sprengsatz im Zugangsbereich eines Versammlungsraums der Gemeinschaft. Der jüngste Vorfall ereignete sich Anfang Mai in Premstätten, wo ein weiteres Fahrzeug eines Gemeindemitglieds Ziel eines Anschlags wurde. Glücklicherweise gab es keine Verletzten.

Es erfolgt nun eine gründliche Untersuchung des sichergestellten Sprengsatzes und weitere Ermittlungen um dieser Serie von Anschlägen vollständig aufzuklären.