Ein Koffer zwischen Müllcontainern, ein herausragender Fuß und ein verschwundener Hotelgast – hinter diesem Kriminalfall steckt ein tödliches Schuldendrama.
Zwischen Müllcontainern in Wien-Favoriten stieß ein Bauarbeiter Ende Februar auf einen verstörenden Fund: Aus einem dunklen Koffer ragte ein menschlicher Fuß. Der Vorfall in der Quellenstraße alarmierte sofort die Behörden, die ein schweres Gewaltverbrechen vermuteten.
📍 Ort des Geschehens
Die Ermittlungen nahmen eine entscheidende Wendung, als eine Woche später am anderen Stadtende eine Person als vermisst gemeldet wurde. Es handelte sich um den 59-jährigen Christian S., einen zurückgezogen lebenden Frühpensionisten, der dauerhaft in einem Hotel in Wien-Döbling residierte und enge Beziehungen zum Hotelpersonal pflegte.
Tödliche Schulden
Rasch konzentrierten sich die Ermittlungen auf Hamza N., einen 28-jährigen Hotelangestellten an der Rezeption. Laut Anklageschrift hatte er vom Opfer etwa 15.000 Euro geliehen. Als die Rückzahlung fällig wurde, soll der junge Mann einen tödlichen Ausweg gesucht haben: Er mietete eigens eine Wohnung in Wien-Favoriten an, wohin er das Opfer unter dem Vorwand lockte, die Schulden zu begleichen.
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Dort soll er den älteren Mann durch Strangulation getötet haben. Die gerichtsmedizinische Untersuchung bestätigte diese Todesursache eindeutig.
Geplante Tat
Die Ermittler rekonstruierten, dass der Verdächtige vorab Kabelbinder und Müllsäcke im Baumarkt erworben hatte. Nach der mutmaßlichen Tat kaufte er in einem Diskontgeschäft einen Koffer, in den er die Leiche zwängte und unbemerkt an der Vermieterin vorbei aus dem Gebäude transportierte. Anschließend wurden mit der Bankkarte des Verstorbenen insgesamt 24.000 Euro abgehoben – acht Transaktionen bis zum Tageslimit.
Der Beschuldigte, dem lebenslange Freiheitsstrafe droht, wird von Staranwalt Philipp Wolm vertreten. Der Verteidiger bestätigte seine Mandatsübernahme, verweigerte jedoch eine inhaltliche Stellungnahme zu dem laufenden Verfahren. Es gilt die Unschuldsvermutung.