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Ivan Budim: „Helfen ist ein Privileg“

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Wir begleiten Ivan Budim (26) auf seinem Weg zum Unteroffizier. Im zweiten Teil unserer Serie waren wir mit ihm bei einer Katastrophenhilfe-Übung. Foto: Ben Owen-Browne

Wenn sich irgendwo im Inland, aber auch im benachbarten Ausland eine Naturkatastrophe oder ein größerer Unglücksfall ereignet, ist das Österreichische Bundesheer immer zur Stelle.

Es gehört zu den Aufgaben des Heeres, in solchen Situationen einerseits der Bevölkerung zu helfen und andererseits die staatlichen und zivilen Hilfsstrukturen vor Ort zu stärken. Um Katastrophenhilfe ging es auch im September bei einer Übung von Grundwehrdienern im niederösterreichischen Weißenkirchen in der Wachau.

KRISENSICHERER JOB MIT ABWECHSLUNG: Die nächsten 18 Monate begleitet KOSMO den jungen Soldaten Ivan Budim auf seinem Karriereweg zum Unteroffizier.

Gepostet von KOSMO am Freitag, 4. September 2020

Mittendrin statt nur dabei: Ivan Budim (26) hat sich im April 2020 beim Österreichischen Bundesheer verpflichtet und bereitet sich seitdem auf die Kaderanwärterausbildung vor. „Wir sind hierher mit Grundwehrdienern gekommen, die durch die Übung lernen, wie sie sich bei einem Hochwassereinsatz verhalten sollen und was dann zu ihren wichtigsten Aufgaben gehört”, sagt Ivan, umgeben von den idyllischen Weingärten in der Wachau. Der junge Soldat mit dem Dienstgrad Gefreiter, übernimmt bereits Aufgaben vor Ort und ist Ansprechpartner für die Grundwehrdiener.

Gemeinsam werden Sandsäcke befüllt, aus denen später ein Hochwasserschutz errichtet wird. Foto: Ben Owen-Browne

„Vor wenigen Monaten war ich selbst noch als Grundwehrdiener hier. Es ist schön, jungen Menschen mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können und zu sehen, wie gut Kameradschaft funktionieren kann”, so der junge Soldat, der seine Ausbildung bei der 3. Gardekompanie in der Maria-Theresien-Kaserne in Wien absolviert.

Dämme aus Sandsäcken
Gemeinsam wird auch ordentlich angepackt: Vor Ort lernen die jungen Männer und Frauen, wie sie mithilfe von Sandsäcken einen sicheren Damm bauen, der im Bedarfsfall − im konkreten Fall die an der Donau gelegene Gemeinde Weißenkirchen − vor Überflutungen schützt. Sandsäcke gehören zu den besten Lösungen, wenn es um wirkungsvolle Dämme für den Hochwasserschutz geht.

„DAS BUNDESHEER BIETET VIEL ABWECHSLUNG. ES WAR RICHTIG, MEINEN BÜRJOB AN DEN NAGEL ZU HÄNGEN”,

SAGT IVAN BUDIM.

„Hier lernen die Grundwehrdiener, wie man die Sandsäcke befüllt und sie mit System so schlichtet, dass möglichst wenig Wasser durchdringt”, erläutert der Gefreite Budim. Zur gleichen Zeit reinigt eine andere Gruppe die Metallbalken eines Hochwasserdamms, der später auch von den Grundwehrdienern aufgebaut wird. Während das Bundesheer fleißig für den Ernstfall trainiert, erinnern uns die Szenen vor Ort an die Hochwasser am Balkan 2014, als wir das Österreichische Bundesheer beim Einsatz in der bosnischen Stadt Šamac begleiteten.

Dämme aus Sandsäcken sind ein wirkungsvoller Schutz bei Hochwasser. Foto: Ben Owen-Browne

„Wir haben bereits in der Zeit des Corona-Lockdowns Aufgaben von zivilen Institutionen übernommen.Gemeinsam werden Sandsäcke befüllt, aus denen später ein Hochwasserschutz errichtet wird.Dämme aus Sandsäcken sind ein wirkungsvoller Schutz bei Hochwasser. Der richtige Umgang mit den Metallbalken eines Hochwasserdamms will gelernt sein. Unter anderem in Lagern von Supermärkten ausgeholfen. Es ist ein Privileg, den Menschen helfen zu können”, sagt Ivan zu KOSMO.

Nach dem aufregenden Tag in der Wachau fahren die Grundwehrdiener wieder in die Wiener Kaserne. Dort steht am nächsten Tag das Exerzieren am Programm. „Wir bereiten uns derzeit auf einen Staatsempfang vor, in dessen Rahmen wir bei einer Parade exerzieren werden. Jeder Griff und jede Bewegung müssen sitzen”, erzählt uns Ivan. In unserer nächsten Bundesheer-Story wird es wieder abenteuerlich: Beim Leben im Felde wird Ivan gemeinsam mit anderen Soldaten die Fähigkeit erlangen, mehrere Tage im Freien und ohne feste Unterkunft einsatzfähig zu bleiben.

Der richtige Umgang mit den Metallbalken eines Hochwasserdamms will gelernt sein. Foto: Ben Owen-Browne