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Gesundheitsrisiko

Kinder-Handys: Studie enthüllt schockierende Gesundheitsfolgen

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Smartphones in Kinderhänden erhöhen das Risiko für Depressionen, Übergewicht und Schlafstörungen. Eine US-Langzeitstudie mit 10.500 Kindern liefert beunruhigende Daten.

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für das erste Smartphone beschäftigt viele Eltern. Eine umfangreiche US-Langzeitstudie mit rund 10.500 Kindern liefert nun beunruhigende Erkenntnisse zu den Auswirkungen früher Handynutzung. Die Wissenschaftler beobachteten die Entwicklung der Kinder über mehrere Jahre und verglichen die gesundheitlichen Unterschiede zwischen jenen mit und ohne Smartphone.

Die Ergebnisse sind alarmierend: Zwölfjährige Smartphone-Nutzer wiesen ein deutlich höheres Risiko für Depressionen, Übergewicht und Schlafstörungen auf als ihre Altersgenossen ohne Mobiltelefon. Die Forscher stellten zudem fest, dass diese Gesundheitsrisiken mit früherem Nutzungsbeginn steigen. Während die Studie den aktuellen Gesundheitszustand dokumentiert, enthält sie keine Erklärungen für die Ursachen dieser Probleme.

Frühere Forschungsarbeiten deuten jedoch darauf hin, dass Kinder mit Smartphones weniger körperlich aktiv sind, seltener Freunde persönlich treffen und nachts weniger schlafen – Faktoren, die besonders im Kindesalter langfristige Folgen haben können.

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Ärztliche Einschätzung

Ran Barzilay, Hauptautor der Studie und praktizierender Kinderarzt, äußerte sich in der “New York Times” unmissverständlich: “Wenn Sie Ihrem Kind ein Smartphone geben, müssen Sie sich im Klaren sein, dass dies signifikante Auswirkungen auf dessen Gesundheit hat – und dementsprechend entscheiden.” Gleichzeitig relativiert er: “Es heißt nicht, dass jedes Kind mit Smartphone langfristige Folgen davonträgt.”

Die Studienergebnisse sollen als Grundlage für Eltern und Gesetzgeber dienen, um gemeinsam Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Interessanterweise erhielten zwei seiner drei Kinder ihr erstes Mobiltelefon vor dem zwölften Lebensjahr, während sein neunjähriges Kind noch warten muss.

Praktische Empfehlungen

Die Wissenschaftler erkennen die Bedeutung von Mobiltelefonen in der heutigen Gesellschaft an und verzichten daher auf strikte Handlungsempfehlungen. Das Durchschnittsalter für das erste Handy lag in der Studiengruppe bei elf Jahren. Ab etwa 13 Jahren besitzen sowohl in den USA als auch in Deutschland bereits 90 bis 95 Prozent der Jugendlichen ein Smartphone.

Psychiatrie-Professorin Jacqueline Nesi betonte gegenüber der “New York Times”, dass Eltern selbst einschätzen müssen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist und welche Nutzungsbeschränkungen sinnvoll sind.

“Wenn Sie einem Kind ein Gerät mit uneingeschränktem Zugriff auf das Internet geben, hat das natürlich Risiken”, warnt Nesi.

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