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Infrastrukturprojekt

Kroatien modernisiert die Maut: Das ändert sich für Autofahrer!

Kroatien modernisiert die Maut: Das ändert sich für Autofahrer!
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Kroatien stellt seine Autobahnmaut komplett um – und investiert dafür Millionen – und die Regierung hat soeben grünes Licht gegeben.

Die kroatische Regierung hat in ihrer jüngsten Sitzung die Finanzierung des Projekts „Elektronisches Mautsystem“ über den Nationalen Aufbau- und Resilienzplan (NPOO, kroatisches EU-Aufbaufonds-Programm) genehmigt. Das Vorhaben, das auf eine umfassende Modernisierung des Mautsystems auf kroatischen Autobahnen abzielt, hat ein Gesamtvolumen von mehr als 160 Millionen Euro.

Vizepremier und Verkehrsminister Oleg Butkovic erläuterte in der Sitzung, dass von den Gesamtkosten in Höhe von 160,5 Millionen Euro insgesamt 115,6 Millionen Euro als förderfähig im Rahmen des NPOO eingestuft werden. Die verbleibenden 44,9 Millionen Euro an nicht förderfähigen Kosten trägt der Projektträger, die Kroatischen Autobahnen, aus eigenen Mitteln.

Förderfähige Kosten

Die förderfähigen Kosten umfassen laut Regierungsbeschluss ein breites Spektrum an Leistungen: Planung und Umsetzung des neuen Mautsystems, fachliche Bauaufsicht, Beschaffung der erforderlichen Ausrüstung, digitale Funktionalitäten und Nutzerschnittstellen, Mautüberwachung, Rücklagen, Projektmanagement sowie Öffentlichkeitsarbeit. Auf der nicht förderfähigen Seite schlagen vor allem die Mehrwertsteuer mit 29,3 Millionen Euro sowie Betriebs- und Wartungskosten in Höhe von 15,6 Millionen Euro zu Buche.

Das zuständige Ministerium hatte bereits am 17. Juni dieses Jahres eine Ausschreibung für die Direktvergabe von Fördermitteln für das Projekt veröffentlicht. Nach Einreichung des Projektantrags und Abschluss aller Prüfverfahren soll die formelle Finanzierungsentscheidung getroffen und der Zuschussvertrag unterzeichnet werden. Darüber hinaus wurde dem Ministerium für Meer, Verkehr und Infrastruktur mit dem heutigen Beschluss die Zustimmung zur Übernahme von Staatshaushalt für das Jahr 2027 in Höhe von 74,6 Millionen Euro erteilt. Die Einführung des elektronischen Mautsystems ist gesetzlich mit 1. März 2027 festgelegt.

Ziel des Projekts ist die Implementierung eines modernen elektronischen Mautsystems, das nicht nur die von den Kroatischen Autobahnen betriebenen Strecken, sondern auch jene der Konzessionäre Autocesta Zagreb–Macelj und BINA Istra erfasst. Als Projektpartner fungiert das Ministerium für Meer, Verkehr und Infrastruktur.

Free-Flow-System ohne Schranken

Das neue elektronische Mautsystem in Kroatien wird als Free-Flow-System ohne Schranken umgesetzt, bei dem Fahrzeuge automatisch per Kennzeichenerkennung (ALPR) und elektronischem Transponder (ENC-Mautbox) erfasst werden. Für Motorräder und Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen können Nutzer zwischen einer digitalen Kennzeichenregistrierung und einer freiwilligen Mautbox wählen, während für Lkw, Busse und andere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen die Nutzung einer Mautbox verpflichtend sein wird.

Staatsbürgschaften genehmigt

In derselben Sitzung erteilte die Regierung den Kroatischen Autobahnen (HAC) eine Staatsbürgschaft sowie die Genehmigung zur langfristigen Kreditaufnahme von bis zu 2,1 Milliarden Euro zuzüglich Zinsen und Gebühren. Damit soll ein bestehender Clubkreditvertrag mit der Kroatischen Postbank vom 25. September 2023 refinanziert werden. Butkovic erklärte, dass die Mittel in zwei Tranchen bereitgestellt werden: Tranche A im Umfang von 1,5 Milliarden Euro dient der Ablösung des bestehenden Kredits, während Tranche B mit 600 Millionen Euro in neue Autobahnprojekte fließt – konkret in den Bau des Autobahnabschnitts A1 zwischen Metkovic, der Peljesac-Brücke und dem Knoten Doli bis nach Dubrovnik sowie in die Autobahn A7 zwischen Krizisce, Novi Vinodolski und Zuta Lokva.

Zudem genehmigte die Regierung eine weitere staatliche Garantie für die Kroatischen Straßen zur Kreditaufnahme bei der Privredna banka Zagreb in Höhe von maximal 100 Millionen Euro, zu einem Festzinssatz von 2,73 Prozent jährlich sowie einer einmaligen Bearbeitungsgebühr von 0,10 Prozent auf den genehmigten Kreditbetrag.

Mit diesen Mitteln sollen Projekte und der Geschäftsplan der Kroatischen Straßen für das Jahr 2026 finanziert werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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