Start NEWS POLITIK Lösung der Kosovo-Frage: Serbischer Außenminister setzt auf Đokovićs Hilfe
KOSOVO-ĐOKER?

Lösung der Kosovo-Frage: Serbischer Außenminister setzt auf Đokovićs Hilfe

(FOTO: Vlada Srbije, Instagram-Screenshot/Novak Djokovic)

Der serbische Außenminister Ivica Dačić erklärte in einem Interview für „Happy TV“, dass Novak Đoković dabei helfen soll, dass der Kosovo seine Unabhängigkeit verliert.

Bereits seit Jahren ist Dačić in der Welt mit der Mission unterwegs, andere Staaten davon zu überzeugen, die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovos zurückzuziehen oder ihn erst gar nicht als souveränen Staat anzuerkennen.

Der Außenminister sprach im Interview für den serbischen Privatsender über die „wichtige Rolle von Nikola Tesla und Novak Đoković als Botschafter für Serbien in der Welt“. „Leider haben wir Tesla damals nicht ausreichend in seiner Rolle als Botschafter genützt“, fügte Dačić hinzu.

„Novak verwenden wir gut“
Allerdings würde das Land die Nummer eins im Tennis jedoch „gut verwenden“. „Das heißt jedoch nicht, dass wir ihn irgendwie missbrauchen“, betonte der serbische Außenminister.


Laut Dačić habe sich Đoković und seine Familie mehrmals angeboten, Serbien in internationalen Angelegenheiten zu helfen. „Er [Novak Đoković – Amn.d.Red.] hat sich über jede Zurückziehung der Anerkennung des Kosovos gefreut. Mich haben auch viele Staatsoberhäupter nach Novak gefragt und ich habe ihn dann angerufen und darum gebeten, ihnen signierte Tennisschläger und -bälle zuzusenden. Dafür möchte ich mich bei ihm bedanken“, so Dačić weiter. Der Außenminister ist der Meinung, dass man weltweit bekannte Serben sehr wohl für politische Zwecke einsetzen sollte, da dies im Interesse des Landes sei.

Kosovarischer Botschafter: „ATP-Sieger, aber ein Primitivling
Der kosovarische Botschafter in Bulgarien, Edon Cana kommentierte einen von Novak Đokovićs Clips auf Twitter, (KOSMO berichtete) nach dessen Sieg beim ATP-Turnier in Australien im Jänner 2020.

Während der Siegesfeier in der Garderobe machte der Tennisstar zusammen mit seinen Kollegen zum Drina-Marsch (Marš na Drinu) und zum serbischen Evergreen „Vidovdan“ Party. Im zweiten Lied werden Motive der Schlacht am Amselfeld verwendet. Eine der Textzeilen lautet: „als würde mir jemand das Kosovo meiner Seele rauben“.

„Du kannst ein ATP-Sieger sein, bleibst aber ein Primitivling, zurückgeblieben und ein typischer Nationalist und Chauvinist vom Balkan“, reagierte der kosovarische Botschafter erbost.


Đoković als Verfechter des Kosovos
Noch im Jahr 2008, als der Kosovo einseitig seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte und in Serbien Proteste veranstaltet wurden, wandte sich Novak Đoković mit einem Video an die Demonstranten. „Wir sind bereit zu verteidigen, was rechtmäßig uns gehört. Kosovo ist Serbien“, so der Tennisspieler damals. Đokovićs Vater, Onkel und Tante wurden im Kosovo geboren: „Es ist die Wiege meiner Familie und der serbischen Kultur überhaupt“, betonte er damals im „Spiegel“.


Ob und wie Đoković dabei helfen wird, international für eine Zurückziehung der Anerkennung des Kosovos als souveräner Staat zu urgieren, bleibt abzuwarten. Die Tatsache, dass der serbische Außenminister seinen Namen jedoch in diesem Kontext live im TV erwähnt, lässt Rückschlüsse zu, dass der Tennisstar in die Kosovo-Frage involvierter, ist als man bisher dachte.

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