Start AKTUELLE AUSGABE Nataša Pap: „Zeichnen ist mein Leben”
INTERVIEW

Nataša Pap: „Zeichnen ist mein Leben”

Nataša_Pap_Illustration_Zeichnen (FOTO: KOSMO)

Nataša Pap (26) schafft neue Geschichten und Universen durch ihre Zeichnungen und alte verwandelt sie in Bilder und verleiht ihnen Leben. Diese junge Künstlerin, ursprünglich aus Serbien, hat uns gezeigt, dass es nie die falsche Entscheidung ist, sein eigenes Talent zu leben.

Wenn man sich Natašas Illustrationen ansieht, wird nach wenigen Sekunden klar, dass sie nicht nur außergewöhnlichtalentiert ist, sondern die einzigartige Fähigkeit besitzt, menschliche Seelen und Geschichten einzufangen und diese auf Papier zu übertragen… Nataša kam mit diesem Talent zur Welt und entdeckte es, als sie klein war. „Ich habe begonnen zu zeichnen, als ich drei Jahre alt war. Das habe ich immer geliebt. Als ich klein war, waren Geschichten ein sehr wichtiger Teil meines Erwachsenwerdens. Ich habe es geliebt, vorgelesen zu bekommen, bis ich selbst lesen konnte. Vor dem Schlafengehen las mir mein Vater Geschichten über Zagor und Blek vor. Alle Comics, die ich basierend auf diesen Geschichten gemacht habe, habe ich heute noch. So wurde diese Liebe geboren. Neben meinem Vater war meine Mutter meine größte Unterstützung, wenn es um mein künstlerisches Schaffen geht. Sie hat mir gezeigt, wie ich Geschichten erschaffe und schrieb Schulaufsätze mit mir. Auf sie kann ich mich bis heute immer verlassen”, beginnt Nataša ihre Geschichte und sagt, dass das Zeichnen für sie oft eine Flucht aus der Realität und ein Ort war, an dem sie sich wohlfühlt. „Ich habe mich dermaßen in das Zeichnen verliebt, dass ich damit nicht mehr aufhören konnte. Es scheint mir, dass mich das Zeichnen gefunden hat und nicht umgekehrt.”

Als Natašas Eltern die untrennbare Bindung zwischen ihr und den Buntstiften bemerkten, hatten sie keine andere Wahl, als sie zu ermutigen, ihr Talent weiterzuentwickeln. „Als ich in der Oberstufe war, haben mich meine Eltern für einen Malkurs im Kinderkulturzentrum in Belgrad eingeschrieben.So habe ich vier Jahre lang die den Kurs mit dem Schwerpunkt für Animationen besucht. Es war eine sehr lustige Erfahrung – ich habe Freunde gefunden, mich geöffnet und bin eine andere Person geworden”, erzählt Nataša mit sichtbarer Begeisterung. Nataša findet Inspiration für ihre Illustrationen in anderen Medien, Büchern, Serien und vor allem in Animationsfilmen, die sie bis heute liebt. „Ich illustriere hauptsächlich bestehende Charaktere, aber ich habe auch meine eigenen. Das Mädchen auf dem Bild ist eine Figur aus einem sehr berühmten Spiel ‚Skyrim‘. Es ist ein Spiel, in dem Sie Ihre Rolle spielen können, und die Erzählung ist jener aus den Büchern Der ’Hobbit’ oder ’Der Herr der Ringe’ sehr ähnlich. Im Moment habe ich einen fertigen Comic und der andere ist gerade noch im Entstehen. Ich poste meine Comics auf der Webseite ’Webtoon’, einem in Südkorea gestarteten Cartoon-Publishing-Portal. Bis Ende Juni gibt es auf dieser Seite einen Wettbewerb für Kurzgeschichten. Zusätzlich zum Comic, an dem ich gerade arbeite, zeichne ich auch eine Kurzgeschichte für diesen Wettbewerb.”

„Es scheint mir, dass mich das Zeichnen gefunden hat und nicht ich es. Ich könnte diese Liebe niemals aufgeben.”

Für eine Folge des Comics, an dem sie arbeitet, benötigt Nataša durchschnittlich zwei Wochen. „Von Montag bis Donnerstag zeichne ich einfach. Ich fange gegen 9, 10 Uhr morgens an. Darüber hinaus habe ich andere Verpflichtungen, wie mein Studium, sodass ich den Tag immer im Detail organisieren muss. Ich brauche weniger Zeit zum Zeichnen als zum Bearbeiten bzw. zum Färben und Schattieren. Von Freitag bis Samstag schreibe ich Texte und zeichne neue Skizzen. Dann male ich von Montag bis Donnerstag und bette den neuen Text ein, sodass ich jeden Donnerstag oder Freitag eine fertige Folge habe.”

Obwohl das Zeichnen viel Disziplin und Engagement erfordert, war es für Nataša nie schwierig, zusätzlich zu ihren Universitätsverpflichtungen Zeit dafür einzuplanen. „Jeder sollte das tun, was er liebt, denn dann ist nichts schwierig! Ich könnte das Zeichnen niemals aufgeben, selbst wenn ich es wollte. Zeichnen ist mein Lebenszweck”, resümiert Nataša und gibt zu, dass sie Angst hatte, jemals von ihrer Liebe leben zu können, aber niemals zuließe, dass die Angst siegt. „Angst darf uns nicht davon abhalten, das zu tun, was wir wollen. Wir können Risiken eingehen und alles verlieren, oder wir können davongehen und den Rest unseres Lebens damit verbringen, uns ’was wäre, wenn’ zu fragen.”

Auf der nächsten Seite könnt ihr Natašas Illustrationen sehen…