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Gesundheit

Ragweed-Invasion: Eine Million Österreicher kämpfen mit Atemnot

Ragweed-Invasion: Eine Million Österreicher kämpfen mit Atemnot
FOTO: iStock/dragana991
3 Min. Lesezeit |

Die Ragweed-Pflanze breitet sich in Österreich aus und entfaltet ihre volle allergene Wirkung. Mit weitreichenden Folgen für Gesundheit und Landwirtschaft.

Die sommerliche Wärme bringt derzeit nicht nur Sonnenschein, sondern auch eine massive Belastung für Allergiker mit sich. Die Pollensaison erreicht aktuell einen neuen Höhepunkt. Besonders die Ragweed-Pollen (Beifußblättriges Traubenkraut) entfalten momentan ihre volle allergene Wirkung. Diese ursprünglich aus Nordamerika stammende Pflanze hat sich inzwischen in ganz Europa ausgebreitet.

In Österreich zählt besonders Oberösterreich zu den stark betroffenen Regionen. Die hochallergene Pflanze siedelt sich bevorzugt an Straßenrändern und entlang von Autobahnen an. Innerhalb Oberösterreichs tritt sie besonders häufig im Bezirk Perg sowie im Zentralraum auf. Heuer wurden besonders hohe Ragweed-Bestände auch in Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und Wien gemeldet. Bemerkenswert ist, dass die Pflanze inzwischen auch in höheren Lagen über 1.000 Meter Seehöhe gedeiht und sich damit an veränderte Umweltbedingungen anpasst.

Seit den 1970er Jahren ist Ragweed auch auf österreichischen Feldern zu finden und verursacht erhebliche landwirtschaftliche Schäden – schon eine einzige Pflanze pro Quadratmeter kann den Ertrag von Sojabohnen um bis zu 80 Prozent verringern.

Wirtschaftliche Folgen

Eine Untersuchung der Universität Wien zeigt die wirtschaftlichen Folgen: Durch notwendige Behandlungen und krankheitsbedingte Ausfälle entstehen dem Gesundheitssystem jährliche Kosten von mindestens 80 Millionen Euro. Typische Anzeichen einer Ragweed-Allergie umfassen verstopfte oder laufende Nasen, gerötete und juckende Augen sowie Reizungen im Halsbereich. Auch Hustenreiz kann auftreten.

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Besonders problematisch ist die geringe Reizschwelle: Bereits 4-5 Pollenkörner pro Kubikmeter Luft reichen aus, um klinisch relevante Symptome auszulösen. Die aktuelle Pollensaison wird vom Polleninformationsdienst als außergewöhnlich stark eingeschätzt, da die überdurchschnittlichen Regenfälle der letzten Wochen das Wachstum der hochallergenen Pflanze zusätzlich begünstigt haben.

Die Symptombehandlung erfolgt üblicherweise mit speziellen Augen- und Nasensprays sowie antihistaminischen Präparaten, die die Histaminwirkung im Körper hemmen. Als langfristige Lösung kommt auch eine Allergen-Immuntherapie in Betracht.

Verlängerte Allergiezeit

Fachleute gehen davon aus, dass die Ragweed-Saison in Österreich mittlerweile deutlich früher beginnt und länger andauert als noch vor wenigen Jahren. Dies führt zu einer fast ganzjährigen Belastung für Allergiker – 2023 wurde an 330 Tagen Pollenflug gemessen.

Bekämpfungsmaßnahmen

„Wir gehen im Moment von einer Million Allergiker in Österreich aus, von denen ungefähr zehn Prozent auf Ragweed allergisch sind. Wir gehen aber auch zusätzlich davon aus, dass in den nächsten Jahren die Zahl der Allergiker noch weiter steigen wird“, erklärt Christoph Lambers, der die Pneumologie im Ordensklinikum der Elisabethinen in Linz leitet.

Hubert Koppl von der Landwirtschaftskammer empfiehlt als Pflanzenschutzreferent eine sofortige Bekämpfung: „Wenn man die Pflanze irgendwo findet, wäre es am besten, man reißt die Pflanze aus. Wichtig ist, gut angezogen zu sein. Das heißt: Handschuhe tragen und wenn man Allergiker ist, wäre es aufgrund der Pollen auch wichtig, eine Staubmaske zu tragen.“

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KO KOSMO-Redaktion
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