Ungarn steht kurz vor dem Abschluss eines bedeutenden Gasliefervertrags mit einem westlichen Partner. Außen- und Handelsminister Peter Szijjarto kündigte auf Facebook an, dass sein Land heute eine langfristige Vereinbarung zur Erdgasbeschaffung unterzeichnen werde. „Es wird der langfristigste Vertrag für den Kauf von Erdgas aus westlicher Richtung sein“, erklärte der Minister.
Strategische Diversifizierung
Welches westliche Land als Vertragspartner fungiert, ließ Szijjarto in seiner Mitteilung offen. Er betonte jedoch, dass die ungarische Regierung konsequent an einer Diversifizierung ihrer Energiequellen arbeite. Die Erschließung verschiedener Bezugsquellen für natürliche Ressourcen sei für Budapest ein ernsthaftes strategisches Anliegen.
Der Zeitpunkt des angekündigten Vertragsabschlusses ist bedeutsam: Der aktuelle Transitvertrag für russisches Gas durch die Ukraine endet am 31. Dezember 2024, was Ungarn unter zusätzlichen Druck setzt, alternative Bezugsquellen zu finden. Gleichzeitig hat die Europäische Kommission von Ungarn verlangt, bis Ende 2025 einen konkreten Fahrplan zur schrittweisen Reduktion russischer Gasimporte vorzulegen.
Bislang ist Ungarn nahezu vollständig von russischem Erdgas abhängig, wobei Szijjártó in der Vergangenheit betonte, dass die Energiesicherheit des Landes ohne russische Gaslieferungen nicht gewährleistet werden könne. Der nun angekündigte westliche Gasvertrag könnte ein entscheidender Baustein zur Erfüllung der EU-Vorgaben zur Diversifizierung der Energieversorgung sein.