Bargeld zu Hause – ja oder nein? Die Nationalbank gibt eine klare Empfehlung, wie viel für den Ernstfall griffbereit sein sollte.
Wer in einer Krisensituation handlungsfähig bleiben will, sollte laut Oesterreichischer Nationalbank einen kleinen Bargeldvorrat zu Hause bereithalten. Bargeld kann insbesondere dann wichtig sein, wenn elektronische Zahlungsmöglichkeiten etwa infolge eines Strom- oder Netzausfalls vorübergehend nicht verfügbar sind.
Empfohlener Bargeldvorrat
Die Oesterreichische Nationalbank empfiehlt, für den Ernstfall mindestens 100 Euro pro Familienmitglied griffbereit zu haben. Das Geld sollte möglichst in 5-, 10- und 20-Euro-Banknoten an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Für einen Vier-Personen-Haushalt entspricht das mindestens 400 Euro.
Von dieser Bargeldreserve zu unterscheiden ist der eigentliche finanzielle Notgroschen. Guthaben bei österreichischen Banken sind grundsätzlich durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt: Bis zu 100.000 Euro inklusive Zinsen pro Person und Bank sind abgesichert. Im Sicherungsfall beträgt die gesetzliche Auszahlungsfrist grundsätzlich sieben Arbeitstage.
Risiken zu Hause
Wer größere Mengen Bargeld zu Hause lagert, sollte außerdem einen Blick in seine Haushaltsversicherung werfen. Bei Bargeld gelten je nach Versicherung und Art der Aufbewahrung sehr unterschiedliche Entschädigungsgrenzen. Freiliegendes Geld ist häufig deutlich niedriger versichert als Bargeld, das in einem geeigneten Geldschrank oder Safe aufbewahrt wird. Welche Summe im Schadensfall tatsächlich ersetzt wird, hängt von den jeweiligen Versicherungsbedingungen ab.
Für darüber hinausgehende finanzielle Engpässe empfiehlt das österreichische Finanzbildungsportal Finanznavi, je nach persönlicher Situation eine Reserve von etwa drei bis sechs Netto-Monatseinkommen verfügbar zu haben. Diese Reserve erfüllt jedoch einen anderen Zweck als das Bargeld für Krisenfälle: Bei einem Strom- oder Netzwerkausfall kann Geld auf dem Konto zwar weiterhin vorhanden sein, Kartenzahlungen oder Bargeldbehebungen können vorübergehend dennoch ausfallen. Genau für solche Situationen empfiehlt die OeNB zusätzlich einen kleinen Bargeldvorrat zu Hause.
Die Bargeldreserve sollte laut OeNB vor allem aus 5-, 10- und 20-Euro-Scheinen bestehen, damit im Ernstfall auch kleinere Beträge problemlos bezahlt werden können.