Start NEWS POLITIK Verschärfung ab Montag: Masken-Comeback für ganz Österreich
CORONA-AMPEL

Verschärfung ab Montag: Masken-Comeback für ganz Österreich

(FOTO: BKA/Andy Wenzel)

Anders als von manchen erwartet, kommt „orange“ für Wien vorerst nicht. Dafür werden die Corona-Maßnahmen in manchen Bereichen für ganz Österreich wieder verschärft.

Nicht nur die auf Gelb gestuften Regionen müssen sich ab Montag auf erneute Verschärfungen einstellen – wie die Regierung bei ihrer Ampel-Pressekonferenz am Freitag bekannt gab -, sondern das ganze Land. Ab Montag kehren die Masken in die Lokale, Schulen und alle Geschäfte zurück, für Veranstaltungen gilt künftig eine Besucher-Beschränkung.

Kurz: „Es wird wieder ernst“
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und ersuchte die Österreicher, wieder vorsichtiger zu sein. „Wir haben erlebt, wie schnell es gehen kann.“ Und weiter: „Wir haben oft betont, dass der Sommer ein guter war, aber dass der Herbst und insbesondere der Winter herausfordernd werden“, so Kurz. „Genau diese Situation findet jetzt statt: Es wird wieder ernst.“ Man habe nach dem starken Anstieg der Fälle „insbesondere in Wien“ nun Entscheidungen getroffen, so der Bundeskanzler. „Wir müssen da eingreifen, wo die Ansteckungsgefahr am größten ist“, so Vizekanzler Werner Kogler.

Wien bleibt „gelb“
Was die Corona-Ampel angeht, so seien nun sieben Zonen auf Gelb gestellt worden: Wien bleibt nach den Empfehlungen der Kommission trotzdem weiterhin „gelb“, ebenso wie Graz und der Bezirk-Kufstein. Am Donnerstagabend sprach die Corona-Kommission die Empfehlungen aus, dass auch Innsbruck-Stadt und Schwaz in Tirol sowie die niederösterreichischen Bezirke Korneuburg und Wiener Neustadt neu dazukommen sollen. Linz werde dagegen wieder auf „grün“ geschaltet.

Österreichweit Verschärfungen – erneute Maskenpflicht in Handel und Schulen
Sehr wohl wird es aber im ganzen Bundesgebiet zu Verschärfungen kommen. Die Maßnahmen gelten ab Montag, 0 Uhr, Gesundheitsminister Rudolf Anschober werde bis dahin eine entsprechende Verordnung vorlegen. Neben dem Lebensmittelhandel, in Apotheken, Banken, Postfilialen und Tankstellenshops sowie öffentlichen Verkehrsmitteln – wo es bereits jetzt Pflicht ist – müssen ab Montag in allen geschlossenen Räumen Mund-Nasen-Schutzmasken getragen werden. So etwa in allen Geschäften, in Dienstleistungsbereichen mit Kundenkontakt sowie im Parteienverkehr bei Behörden.

In der Gastronomie wird die Maskenpflicht für das Personal gelten, in den Schulen muss der Mund-Nasen-Schutz außerhalb des Klassenverbandes getragen werden.

Veranstaltungen österreichweit auf Gelb-Niveau
Bei Veranstaltungen wird es ab Montag eine Beschränkung bei der Besucheranzahl geben: Events ohne zugewiesenen Sitzplatz dürfen indoor nur noch maximal 50 Personen besuchen, outdoor maximal 100. Bei Großveranstaltungen erhöht sich die Besucheranzahl auf indoor 1500 bzw. outdoor auf maximal 3000.LSA

Anschober: „Sind jetzt an einem entscheidenden Zeitpunkt“
Grund für die österreichweiten Verschärfungen ist die drastisch ansteigende Zahl an Neuinfektionen: Alleine am Donnerstag wurden in Österreich 664 neue Fälle gezählt – mehr Neuinfektionen gab es nur auf dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr. Auch die Zahl der Spitalspatienten klettert weiter nach oben, wenn auch zum Glück im überschaubaren Maß. Gesundheitsminister Anschober betonte einmal mehr, dass ihm die Zahlen derzeit zu hoch seien – man müsse nun darauf achten, dass die Ansteckungen nicht davonlaufen würden. „Wir sind jetzt an einem entscheidenden Zeitpunkt“, so der Minister.

Corona-Sorgenkind Österreichs bleibt aber auch weiterhin Wien, allein im 2. Bezirk gibt es im 7-Tages-Schnitt 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Obwohl die Vertreter des Kanzleramtes und des Innenministeriums für ein Umschalten der Wiener Ampel auf Orange stimmten, bleibt es vorerst aber bei „gelb“. Denn in der Kommission ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Doch die Wiener Stadtregierung forderte bereits eine Verschärfung der Maßnahmen in der Bundeshauptstadt.