Welcher Hund ist der Richtige? – Die familienfreundlichsten Rassen in der Übersicht

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Welcher Hund ist der Richtige? – Die familienfreundlichsten Rassen in der Übersicht

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Familienfreundliche Hunderassen 1
Was einen guten Familienhund ausmacht, ist mehr als eine Rasse. Es ist eine Kombination mehrerer Eigenschaften. (FOTO: fotolia.com/Christin Lola)

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Treu soll er sein, ein guter Aufpasser, aber trotzdem sanft genug, dass man ihn mit jedem Kind alleine lassen kann. Doch welche Hunderasse bringt diese Attribute denn mit?

Buchstäblich Wauuu: 7,9 Millionen Hunde leben in Österreich – aber in 16 Prozent aller Haushalte. Nanu, fragt sich da der aufgeklärte Leser, in Österreich hats doch nur 8,7 Millionen Einwohner?! Exakt. Aber daran sieht man auch, dass Hunde hierzulande so beliebt sind, dass viele Herrchen und Frauchen sich gleich mehrere davon halten. Für den Anfänger reicht jedoch erst einmal nur einer. Und nimmt man die typischen gewünschten Attribute „Lieb“, „Wachsam“, „Gelehrig“ in den Fokus, kristallisiert sich ganz schnell eine regelrechte „Rasseparade“ von Hunden heraus, die besonders gut für Familien geeignet sind. Der folgende Artikel zeigt, welche das sind – allerdings wurden die schon tausendfach beschriebenen Klassiker wie Golden Retriever und Labrador mit Absicht ausgelassen, auch wenn sie so lieb sind, dass sie gar zum Internet-Helden werden.

 

Tornjak

Den meisten Laien unbekannt und dabei ein echt typischer Vertreter bester Balkan-Hirtehund-Tradition ist der Tornjak. Die schwarz-weißen Langhaar-Hunde mit dem kräftigen Körperbau stammen ursprünglich aus Bosnien-Herzegowina – wo die Rasse schon seit fast 1000 Jahren gezüchtet wird. Das Wesen der Tornjaks entspricht genau dem, was man von einem Hirtenhund erwartet:

• Sehr ruhig
• Hoher Schutztrieb
• Fremden gegenüber reserviert
• Friedlich
• Leicht sturköpfig

Und genau der letzte Punkt macht ihn auch nicht zum ganz idealen Anfängerhund, denn für die Tornjak-Erziehung muss man sich echt Zeit nehmen. Außerdem werden die Hunde ungefähr so groß wie ein Schäferhund (oft auch etwas mehr) und benötigen relativ viel Platz – für die Stadt ist die Rasse also eher ungeeignet. Aber: Wer auf dem Land lebt, ein großes Grundstück besitzt und einen friedlichen Beschützer für die Familie sucht, der im Notfall nicht nur optisch einschüchternd sein kann, wird mit dem Tornjak einen guten Weggefährten finden – allerdings auch viel Zeit in die (Fell-)Pflege investieren müssen.

 

Australian Shepherd

Der „Akku“ des Australian Shepherd ist, gelinde gesagt, gigantisch. Um ihn müde zu machen, muss man sich schon selbst mächtig anstrengen. (FOTO: fotolia.com/Socco)

Der Australian Shepherd hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem auf der ganzen Welt beliebten Familienhund gemausert. Und das, obwohl er, wie sein Name schon sagt, eine australische Zucht (aber mit amerikanischen Wurzeln) ist. In Down Under wurde und wird er als Arbeitshund hochgeachtet und auch all seine Merkmale und Charaktereigenschaften daraufhin optimiert. So ist er nur wenig kleiner als ein deutscher Schäferhund, aber mit einem Höchstgewicht von unter 29 Kilogramm deutlich leichter. Das macht den Aussie, wie Fans den gefleckten Vierbeiner liebevoll nennen, zu einem äußerst agilen Hund – aber eben mit dem Wesen eines Arbeitstiers:

• Extrem großes Lernvermögen
• Fremden gegenüber reserviert
• Hoher Schutztrieb
• Friedlich
• Hohe Intelligenz

Hier finden sich auch einige Knackpunkte: Denn Australian Shepherds brauchen täglich eine Aufgabe, sonst langweilen sie sich. Sie sind wahre „Kilometerfresser“ und lieben es, mit ihrem Herrn lange Wanderungen zu machen. Aber diese Aktivität kann auch nachteilig sein, denn sie erfordert es, dass man die Tiere in den ersten zwei, drei Lebensjahren konsequent erzieht, damit sie auch Ruhe erlernen. Der Aussie ist nicht einfach, aber wer ihn richtig anpackt und konsequent-liebevoll erzieht, bekommt einen extrem treuen Familienhund.

 

Basset

Des Bassets Welt ist eine einzige große Chillout-Lounge. Das macht ihn auch gut für kleine Wohnungen in der Stadt geeignet. (FOTO: fotolia.com/Dogs)

Lange Ohren, kurze Beine und ein insgesamt ziemlich unproportioniertes Äußeres. Wer einen bedrohlich wirkenden Hund sucht, ist beim Basset Hound, so der vollständige Name, wahrlich an der falschen Adresse. Was diese, seit den 1860ern bestehende Rasse aber mitbringt, liest sich wie ein Kriterienkatalog für einen klasse Familienhund:

• Extreme Gelassenheit
• Keine Aggressionen
• Sehr friedliebend
• Hohe Anhänglichkeit
• Leicht sturköpfig

Hinzu kommt, dass Bassets nicht wirklich viel Beschäftigung benötigen. Sie sind zufrieden, wenn sie beim Herrchen unter der Couch liegen und dösen können, sind echte Gemütshunde. Und es macht ihnen nicht mal was aus, wenn die Kinder um sie und auf ihnen herumtollen. Der einzige Punkt der für ihre Größe recht schweren (bis 32 Kilogramm) Hunde ist, dass sie echte Jagdhunde sind. Beim Spazieren muss man also aufpassen, dass sie nicht dem nächsten Hasen hinterherhechten. Wer das garantieren kann, bekommt einen echten Freund der ganzen Familie – mit einer nebenbei sehr cool und heiser klingenden Bellstimme.

 

Neufundländer

Wenn ein Neufundländer auf einen zuläuft, kommt man sich ein wenig vor, wie Filmlegende Indiana Jones in der weltbekannten Szene mit der Steinkugel. Nur dass es beim Neufundländer eine rabenschwarze Fellkugel ist. Die regelrecht bärenartigen Geschöpfe können bis zu 70 Kilogramm auf die Waage bringen und werden schnell 20 Zentimeter größer als selbst großgeratene Schäferhunde. Und trotz der auch wirklich bärigen Kräfte kann man den Neufundländer ohne jeden Hintergedanken direkt mit einem Neugeborenen alleine lassen, denn er ist durch und durch Familienhund:

• Extrem freundliches Wesen
• Hohe Gelassenheit
• Hohe Intelligenz
• Sehr hohe Anhänglichkeit
• Hoher Schutztrieb

Um es ganz klar zu sagen: Ein Neufundländer liebt nichts mehr als seine Familie. Allerdings muss diese ihn auch genauso zurücklieben, sonst leidet die Hundeseele unerträglich. Diese Rasse muss ein vollwertiges Familienmitglied sein. Dann aber ist er alles: Er ist der Hund, der noch beim lausigsten Novemberwetter in den See springt, ist der, der mit der ganzen Familie kuscheln kann, der, der aufs Wort hört. Aber auch der, der einen Einbrecher schon durch seine Statur vertreiben würde. Nur Bewegung braucht der Neufundländer viel, gerne auch Jogging. Und sein langes, dichtes Fell muss beinahe täglich gebürstet werden. Aber: Die Erziehung ist vergleichsweise einfach, denn Neufundländer sind ziemlich clever und wenig stur.

 

Norwegischer Elchhund (grau)

Norwegische Elchhunde sind vergleichsweise kompakte Tiere. Neben der grau-gefleckten Zuchtlinie gibt es auch noch eine in Schwarz. (FOTO: fotolia.com/RobertNyholm)

Wenn das mal nicht imposant klingt: Ein Hund, der in Norwegen Anfang des 20. Jahrhunderts gezüchtet wurde, um damit Elche und Bären zu jagen. Aber der Norwegische Elchhund klingt nur auf dem Papier nach einen großen, muskelbepackten Jäger. In Wahrheit sind diese Tiere in ihren Abmessungen noch am ehesten mit dem Australian Shepherd vergleichbar: rund 50 Zentimeter Größe und etwa die Hälfte dieses Wertes als Gewicht zeichnen den Norwegischen Elchhund aus. Was ihn aber zum Jagdhund macht ist sein Charakter:

• Freundliches Wesen
• Hohe Intelligenz
• Friedlich
• Sehr eigenständig

Außerdem sind die Tiere sehr gelehrig, lassen sich vergleichsweise leicht erziehen, können aber nicht mit einem so blinden Gehorsam aufwarten, wie beispielsweise der Neufundländer. Allerdings brauchen sie viel Bewegung und eine tägliche Aufgabe, sonst langweilen sie sich und vor allem kommt dann ihr ziemlich ausgeprägter Jagdtrieb hervor. Dem entgegen steht aber ein rundherum „gelungen“ aussehender, vergleichsweise kompakter Hund, der stämmig wirkt, ohne es zu sein. Jedoch: Wer einen Wachhund sucht, ist hier fehl am Platz, denn die Norweger sind auch Fremden gegenüber freundlich und aufgeschlossen.

 

Beauceron

Ähnlich groß wie ein Neufundländer, dabei leichter und so agil wie ein Dobermann. Das ist der Beauceron, der seine Wurzeln in die französische Bretagne zurückverfolgen kann. Was dieser Rasse jedoch zum Familienhund gereicht, ist die Tatsache, dass sie zum einen nicht ganz so klischeehaft sind wie Dobermann und Co., zum anderen aber auch von ihrem Wesen her deutlich eher zum Familienhund taugen:

• Freundliches Wesen
• Hohe Intelligenz
• Fremden gegenüber sehr reserviert
• Hohe Anhänglichkeit
• Ausgeprägter Schutztrieb

Der Beauceron ist kein Kuschel-Familienhund wie der Neufundländer, auch wenn er durchaus langmütig genug ist, um Kuschelattacken von Kindern ohne Murren über sich ergehen zu lassen. Er ist mehr der professionelle Bodyguard-Typ, der seine Familie als Rudel ansieht, das es zu beschützen gilt. Und genau dieser Wesenszug der braun-schwarz gefleckten Vierbeiner ist es auch, der eine sorgfältige Hand bei der Erziehung benötigt – sonst würde der Schutztrieb allzu ausgeprägt. Wer jedoch dem Beauceron beibringt, dass nicht jeder Fremde ein potenzieller Bösewicht ist, der bekommt einen sehr liebevollen Kameraden, der mit der Familie buchstäblich durch dick und dünn geht – solange man ihm seine Freiräume lässt und dem Energiebündel auch genug Auslauf zugesteht, denn auch Beaucerons sind letztendlich Arbeitshunde.

 

Fazit

Familienhunde sind mehr, als die üblichen Verdächtigen namens Beagle, Golden Retriever, Labrador und Collie. Denn es gibt so viele Hunderassen (und noch mehr Kreuzungen), sodass man sich nicht auf Klischees verlassen sollte oder das, was die Nachbarn haben, sondern nur einige feststehende Wesensmerkmale. Intelligenz, Belastbarkeit, freundliches Wesen und Anhänglichkeit sind dabei die Eckpfeiler, auf die es zu achten gilt. Bringt eine Hunderasse diese mit und vielleicht noch ein wenig dickköpfiges Wesen, dann sind bereits alle Weichen zu einem guten Familienmitglied gelegt. Und Erziehung sowie gute Behandlung braucht ja sowieso jeder Hund.

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