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Wespentrick

Wespen-Alarm beim Picknick? Dieser Trick erspart Ihnen den Stich

Wespen-Alarm beim Picknick? Dieser Trick erspart Ihnen den Stich
(Foto: Pexels)
6 Min. Lesezeit |

Statt Panik und Armwedeln hilft ein einfacher Trick: Beobachten, was die Wespe mag, und eine kleine Portion davon abseits platzieren – für ein entspanntes Picknick im Freien.

Die langen Sommertage locken uns ins Freie, doch oft gesellen sich ungebetene Gäste dazu: Wespen. Mit einem einfachen Trick können Sie verhindern, dass die schwarz-gelben Insekten Ihr Picknick zur Nervenprobe machen.

Während wir den Sommer mit Sonne und Freizeit genießen, gehören Wespen für viele zum gefürchteten Teil der warmen Jahreszeit. Doch statt sie als aggressive Plagegeister abzustempeln, sollten wir umdenken: Angesichts des dramatischen Rückgangs der Artenvielfalt ist es höchste Zeit, auch mit diesen wichtigen Bestäubern und natürlichen Schädlingsbekämpfern einen Weg des Zusammenlebens zu finden.

Ein wenig Wissen über die Lebensweise der Wespen kann dabei helfen, entspannt im Freien zu speisen. Bei unseren Picknicks tauchen meist die Gemeine Wespe oder die Deutsche Wespe auf – scheinbar aus dem Nichts. Doch was tun, wenn sie plötzlich vor uns schwirren?

Die Wespenweibchen – denn nur sie sind es, die uns besuchen – werden zunächst von ihren feinen Geruchsrezeptoren zu unserem Tisch geführt. Dort orientieren sie sich visuell an uns und unserer Umgebung, um den Weg zur Nahrung zu finden. Wichtig: Halten Sie den Mund geschlossen und atmen Sie ruhig, um die Abgabe von Kohlendioxid zu minimieren – Wespen interpretieren dies als Bedrohungssignal. Wildes Armwedeln und Schreien wirkt auf die Insekten wie ein Angriff und könnte sie erst recht in Verteidigungsstellung bringen.

Beobachten Sie genau, was die Wespe interessiert: Schneidet sie ein Stückchen Schinken ab, sammelt sie Marmelade oder nippt sie an Ihrem süßen Getränk? Diese Information ist wertvoll, denn sie verrät, was Sie der Wespe als „Opfergabe“ anbieten können. Das Insekt ist so fokussiert auf seine Nahrungssuche, dass es Ihre Beobachtung kaum wahrnimmt.

Blitzschnell fliegt die Wespe mit ihrer Beute davon – oft zunächst im Zickzack, um sich zu orientieren. Sobald sie ihre Umgebung erfasst hat, nimmt sie direkten Kurs auf ihr Nest. Statt ihr zu folgen, nutzen Sie die Zeit besser, um eine kleine Portion genau jener Speise vorzubereiten, die sie bevorzugt hat. Platzieren Sie diese etwas abseits von Ihrem eigenen Essen. So kann die Wespe bei ihrer Rückkehr ihren Teil bekommen, während Sie ungestört weiterspeisen können.

Wespen ablenken

Im Frühsommer bevorzugen Wespen eher Fleisch, da sie damit die heranwachsenden Larven in ihrem Nest versorgen. Sie können die „Opfergabe“ nach und nach weiter von sich wegplatzieren – eine bewährte Technik, die weltweit angewendet wird, sei es von Menschen, die Wespennester zur Nahrungsgewinnung suchen, oder von Gastronomen, die ihre Gäste vor lästigen Wespenbesuchen schützen wollen.

Zum Glück wird Ihr Picknick-Besucher kaum einen ganzen Schwarm an Ihren Tisch locken, denn soziale Wespen sind keine guten „Rekrutierer“. Das macht evolutionär Sinn, da Wespennahrung – wie Insekten oder Aas – meist nur in begrenzten Mengen vorkommt. Eine entdeckte Raupe bedeutet nicht automatisch, dass es davon viele weitere in der Nähe gibt. Hier unterscheiden sie sich von Bienen, die durch ihren berühmten Schwänzeltanz Artgenossinnen gezielt zu ergiebigen Nahrungsquellen führen können.

Dennoch könnten mehrere Wespen zufällig an Ihrem Tisch landen, besonders wenn sich ihr Nest in der Nähe befindet. Wespen werden durch die Anwesenheit anderer Artgenossinnen angezogen – allerdings nur bis zu einem gewissen Grad. Zu viele Wespen an einer Stelle wirken eher abschreckend auf Neuankömmlinge.

Alternative Strategien

Neben der Ablenkungsstrategie gibt es weitere bewährte Methoden: Duftstoffe wie Zitronella, Nelkenöl oder Lavendel können Wespen fernhalten – allerdings variiert die Wirksamkeit je nach Individuum und Umständen. Das Abdecken von Speisen und das Verschließen süßer Getränke reduziert die Lockwirkung erheblich. Besonders wichtig: Niemals nach Wespen schlagen – dies setzt Alarmpheromone frei, die weitere Artgenossen anlocken können.

Erfahrene Gastronomen empfehlen zudem, helle Kleidung zu tragen, da Wespen dunkle Farben mit natürlichen Feinden assoziieren. Verzichten Sie auf stark duftende Parfums oder Cremes, die die empfindlichen Geruchsrezeptoren der Insekten verwirren können.

Saisonale Vorlieben

Vielleicht haben Sie bemerkt, dass Wespen zum Ende des Sommers regelrecht verrückt nach Zucker sind. Der Grund dafür liegt im jahreszeitlichen Rhythmus des Wespenstaates. Wespenlarven sind Fleischfresser, und die Arbeiterinnen ziehen gemeinsam tausende von ihnen auf. Wenn eine Wespe an Ihrem Picknick Schinken oder andere proteinreiche Nahrung sammelt, dann ist ihr Nest noch voller hungriger Larven – typisch für den frühen bis mittleren Sommer, spätestens bis Mitte August.

Gegen Saisonende müssen die Arbeiterinnen keine heranwachsenden Schwestern mehr versorgen und suchen nur noch nach zuckerreicher Nahrung für sich selbst. Wenn Sie also einer Wespe bei ihrer Nahrungssuche helfen, unterstützen Sie eine ganze Armee natürlicher Schädlingsbekämpfer, die Fliegen-, Raupen-, Blattlaus- und Spinnenpopulationen in Schach halten.

Das charakteristische Merkmal einer erwachsenen Wespe ist ihre schmale Taille, der Petiolus (Verbindungsstück zwischen Brustkorb und Hinterleib). Diese Verengung zwischen Brustkorb und Hinterleib hat sich entwickelt, damit ihre Vorfahren den Bauch flexibel bewegen konnten, um Beute zu lähmen oder zu parasitieren. Diese schmale Taille beschränkt die erwachsene Arbeiterin jedoch auf überwiegend flüssige Nahrung. Sie funktioniert wie eine Kellnerin, die ein Festmahl serviert, ohne selbst davon kosten zu können. Als Gegenleistung für ihre Dienste erhalten die Arbeiterinnen nahrhafte flüssige Ausscheidungen von den Larven, ergänzt durch Blütennektar – das reicht ihnen den Großteil der Saison.

Zum Sommerende verpuppen sich die meisten Wespenlarven – und Puppen müssen nicht gefüttert werden. Dadurch sinkt sowohl der Bedarf an Proteinsammlerinnen als auch das Angebot an süßen Ausscheidungen für die Arbeiterinnen. Die Wespen müssen nun vermehrt Blüten anfliegen, um an Nektar zu kommen – oder eben Ihre Marmelade und süße Getränke, die eine unwiderstehliche Alternative darstellen.

Obwohl die Jahreszeit ein guter Indikator für die Nahrungspräferenzen der Wespen ist, können auch Wetterbedingungen, Beuteverfügbarkeit, lokale Konkurrenz oder die Wachstumsrate der Kolonie Einfluss nehmen. Der Wechsel von Schinken zu Marmelade kann daher von Jahr zu Jahr variieren.

Im Notfall: Erste Hilfe bei Stichen

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Stich kommen, gilt: Ruhe bewahren und die Einstichstelle sofort kühlen. Wespen verlieren ihren Stachel nicht wie Bienen, können also mehrfach stechen. Bei allergischen Reaktionen wie Atemnot, Schwindel oder großflächigen Schwellungen sollten Sie umgehend medizinische Hilfe suchen. Personen mit bekannter Wespenallergie sollten immer ein Notfallmedikament bei sich tragen.

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KO KOSMO-Redaktion
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