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Gesundheitskrise

Zweiklassenmedizin in Österreich: Wer bezahlt, bekommt schneller Hilfe

Zweiklassenmedizin in Österreich: Wer bezahlt, bekommt schneller Hilfe
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Die Kluft im Gesundheitssystem wächst: Kassenpatienten warten bis zu 13-mal länger auf Facharzttermine als Privatversicherte. Die SPÖ erwägt nun drastische Maßnahmen.

Das österreichische Gesundheitssystem gerät zunehmend unter Druck, wobei die SPÖ die wachsende Diskrepanz zwischen der Versorgung von Kassen- und Privatpatienten scharf kritisiert. Trotz steigender finanzieller Zuwendungen verschlechtere sich die Versorgungslage kontinuierlich, argumentiert die Oppositionspartei. Der SPÖ-Gesundheitssprecher Rudolf Silvan äußert sich alarmiert über die Situation: „Wer nicht zahlen will, muss lange warten, bis zu 13-mal länger auf einen Facharzttermin.“

Diese Kritik wird durch aktuelle Erhebungen der Privatversicherungsbranche gestützt. Die Diskrepanz bei den Wartezeiten zwischen Wahl- und Kassenärzten zeigt sich besonders deutlich in stark nachgefragten medizinischen Fachbereichen wie der Inneren Medizin, Psychiatrie und Augenheilkunde. Während Patienten mit gesetzlicher Krankenversicherung oft mehrere Wochen auf einen Termin warten müssen, erhalten Privatpatienten meist innerhalb weniger Tage einen Behandlungstermin.

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Extreme Wartezeiten

Selbst in hochfrequentierten Fachrichtungen wie Gynäkologie oder Urologie, wo Kassenpatienten durchschnittlich fast sieben Wochen warten, liegt die Wartezeit bei Wahlärzten konstant unter zwei Wochen. Der SPÖ-Gesundheitssprecher richtet scharfe Vorwürfe an die vorangegangenen Regierungen und insbesondere an den Koalitionspartner ÖVP.

SPÖ-Forderungen

Silvan stellt dabei eine klare Forderung: „Wenn die Wartezeiten hoch bleiben, werden wir weitere Schritte gehen – bis hin zur Verpflichtung von Privatärzten, einen gewissen Teil an Kassenpatienten anzunehmen.“ Die Sozialdemokraten fordern eine Rückkehr zum Grundprinzip, dass die E-Card und nicht die Kreditkarte über den Zugang zu medizinischer Versorgung entscheiden sollte.

Zunächst sollen Wahlärzte auf freiwilliger Basis für das Kassensystem gewonnen werden. Sollte dieser Ansatz nicht die gewünschten Ergebnisse bringen, erwägt die SPÖ verbindliche Regelungen, die Wahlärzte zur Übernahme einer bestimmten Quote an Kassenpatienten verpflichten würden.