**Grippe, Corona und RSV – die Dreifach-Welle trifft Österreichs Kliniken mit voller Wucht. In Klagenfurt müssen Ärzte bereits 50 Prozent mehr Patienten versorgen als üblich.**
Eine Dreifach-Welle aus Infektionskrankheiten bringt Österreichs Krankenhäuser derzeit an ihre Belastungsgrenzen. Grippe, Corona und RSV sorgen für überfüllte Notaufnahmen und stellen das medizinische System vor erhebliche Herausforderungen. Besonders dramatisch ist die Situation im Klinikum Klagenfurt, wo täglich rund 150 Patienten versorgt werden müssen – etwa 50 Prozent mehr als im Normalfall. Ein Großteil dieser Patienten leidet an Infektionskrankheiten, weshalb die Klinikleitung bereits eine temporäre Maskenpflicht eingeführt hat.
„Früher war’s die Grippewelle, jetzt ist es eine Kombination aus drei Infekten – zusätzlich zu allen anderen Patienten“, erklärt Markus Peck, der Leiter der Notaufnahme, im Gespräch mit dem ORF. Die angespannte Lage wird zusätzlich verschärft durch die Feiertagszeit, in der viele Hausarztpraxen geschlossen waren. Dies führt dazu, dass zahlreiche Erkrankte direkt die Kliniken aufsuchen. Trotz einer raschen Ersteinschätzung innerhalb der ersten Viertelstunde können die Wartezeiten mittlerweile bis zu vier Stunden betragen.
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Regionale Unterschiede
In Oberösterreich stellt sich die Situation etwas entspannter dar. Wie „Heute“ berichtet, haben weder die Einrichtungen der oberösterreichischen Gesundheitsholding noch die Ordenskliniken bislang eine generelle Maskenpflicht verhängt. Allerdings werden Patienten mit eindeutigen Krankheitssymptomen gebeten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Auch beim Klinikpersonal wird in bestimmten Bereichen wieder vermehrt auf das Tragen von Masken gesetzt.
Dennoch verzeichnen auch die oberösterreichischen Gesundheitseinrichtungen eine hohe Auslastung. Vor allem die Kinderabteilungen sind stark frequentiert, da RSV-Infektionen bei Kleinkindern für eine hohe Bettenbelegung sorgen. In einigen Kliniken werden bereits Aufnahmestopps für bestimmte Stationen in Erwägung gezogen, um die medizinische Versorgung aufrechterhalten zu können.
Dringender Appell
Die Ärztekammer richtet einen dringenden Appell an die Bevölkerung: Bei leichten Symptomen sollte zunächst der Hausarzt konsultiert oder die telefonische Gesundheitsberatung unter der Nummer 1450 kontaktiert werden. Wer mit einem einfachen grippalen Infekt die Notaufnahme aufsucht, riskiert nicht nur lange Wartezeiten für sich selbst, sondern blockiert auch Ressourcen, die für tatsächliche Notfälle benötigt werden.