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Femizid

Vergebliche Flucht ins Café: Bosnische Studentin von Ex-Freund erschossen

Vergebliche Flucht ins Café: Bosnische Studentin von Ex-Freund erschossen
FOTO: zVg.
3 Min. Lesezeit |

Verzweifelt suchte sie Schutz in einem Café, alarmierte die Polizei – doch für Aldina Jahic kam jede Hilfe zu spät. Ihr Ex-Freund, ein Fußballschiedsrichter, holte sie ein.

Dramatische Flucht

Gestern Abend ereignete sich in Mostar eine Tragödie, als Aldina Jahic verzweifelt vor ihrem Ex-Freund flüchtete. Die junge Frau suchte in einem Café Zuflucht und alarmierte die Polizei, doch ihr Verfolger Anis Kalajdzic, ein bekannter Fußballschiedsrichter, holte sie ein. In den Räumlichkeiten des Lokals erschoss er sein Opfer. Die Einsatzkräfte nahmen den Täter unmittelbar nach der Tat fest, während die Spurensicherung am Tatort ihre Arbeit aufnahm.

Der tödliche Vorfall spielte sich gegen 18 Uhr auf dem Platz Ivan Krndelj ab. Wie die Staatsanwältin des Kantons Herzegowina-Neretva, Vesna Pranjic, mitteilte, hatte die junge Frau bereits zuvor Drohungen von Kalajdzic erhalten, diese jedoch aus persönlichen Gründen nicht zur Anzeige gebracht. „Als sie heute zum Fitnesstraining ging, lauerte er ihr auf und griff sie körperlich an. Dann zog er eine Pistole. Sie flüchtete ins Hotel, um sich in Sicherheit zu bringen, doch er verfolgte und tötete sie dort“, erklärte die Staatsanwältin.

Bewegender Nachruf

Unter den Trauernden befindet sich auch der Wirtschaftswissenschaftler Admir Cavalic, der mit bewegenden Worten an Aldina erinnert: „Es fällt schwer, Worte für den Tod eines Menschen zu finden. Noch schwerer wird es, wenn diese Person jünger war als man selbst, eine Studentin, jemand, der einen als Mentor betrachtete.“ Er blickte auf ein Jahrzehnt gemeinsamer Arbeit zurück: „Von den ersten Schulungen, Veranstaltungsorganisationen, internationalen Reisen, dem Lesen unzähliger Bücher bis hin zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten und globaler Projekte. Es war beeindruckend zu sehen, wie eine Studentin zu einer starken Persönlichkeit heranwächst. Diese Person war Aldina Jahic, die ‚Philosophin‘, wie ich sie nannte. Die Philosophin versuchte gestern Abend, vor einem Gewalttäter zu fliehen, einem Feigling ohne Rückgrat.“

Cavalic würdigte auch ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten: „Aldina konnte Veranstaltungen für 1.000 Menschen organisieren, zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten verfassen, selbständig vor großem Publikum sprechen, fließend Englisch kommunizieren und dabei noch über ihre Heimat Bosnien und Herzegowina erzählen und Witze machen. Sie konnte alles – so habe ich sie erlebt. Aber gestern Abend konnte sie nicht entkommen.“

Er schloss seine Abschiedsworte mit: „Mach weiter, liebe Philosophin. Gnade der bosnischen Seele, aufrichtiges Beileid an die Familie Jahic. Inna lillahi wa inna ilayhi raji’un (islamische Trauerformel).“

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KO KOSMO-Redaktion
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