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Gehaltsvergleich

Europas Lohn-Ranking: So steht Österreich im Vergleich

Europas Lohn-Ranking: So steht Österreich im Vergleich
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3 Min. Lesezeit |

107.487 Euro Jahresbrutto: Die Schweiz liegt im europäischen Lohnvergleich vorne. Doch wie steht Österreich da – und wie groß ist der Abstand zu Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina?

Die Lohnunterschiede in Europa sind beträchtlich. Eine Euronews-Auswertung des OECD-Berichts „Taxing Wages 2026“ beziffert den geschätzten durchschnittlichen Jahresbruttolohn in der Schweiz für 2025 auf 107.487 Euro. Damit liegt sie unter den 27 untersuchten europäischen Staaten an erster Stelle.

Island folgt mit 85.950 Euro, Luxemburg erreicht 77.844 Euro und führt damit die erfassten EU-Länder an. Die Zahlen beziehen sich auf die von der OECD berücksichtigten Beschäftigten und Wirtschaftsbereiche, nicht auf sämtliche Erwerbstätigen.

Wichtig dabei: Der Durchschnittslohn ist nicht das Gehalt, das die meisten Beschäftigten erhalten. Sehr hohe Einkommen können den Wert nach oben ziehen. Für die Frage, was ein typischer Beschäftigter verdient, ist der Median aussagekräftiger: Eine Hälfte verdient weniger, die andere mehr.

Österreich liegt im oberen Bereich

Für Österreich nennt die OECD einen geschätzten durchschnittlichen Jahresbruttolohn von 63.054 Euro. Damit liegt Österreich hinter Deutschland mit 66.700 Euro, aber deutlich vor Frankreich mit 45.964 Euro, Italien mit 36.594 Euro und Spanien mit 32.678 Euro.

Die Werte für 2025 sind OECD-Schätzungen auf Grundlage früherer Lohndaten und der Entwicklung der Arbeitnehmerentgelte. Sie geben eine Orientierung für den internationalen Vergleich, sagen aber wenig darüber aus, welches Gehalt jemand in einem bestimmten Beruf erwarten kann.

Deutlich niedrigere Löhne am Balkan

In Kroatien betrug das durchschnittliche monatliche Bruttogehalt 2025 laut dem nationalen Statistikamt DZS 2.016 Euro. Auf zwölf Monate umgerechnet entspricht das 24.192 Euro brutto.

Für Serbien weist das Statistikamt RZS einen Jahresdurchschnitt von 151.086 Dinar brutto pro Monat aus. Auf zwölf Monate umgerechnet entspricht das rund 15.500 Euro.

In Bosnien-Herzegowina lag das durchschnittliche Monatsbrutto 2025 laut der Statistikagentur BHAS bei 2.436 Konvertiblen Mark. Das entspricht rund 14.900 Euro brutto für zwölf Monate.

Diese Zahlen zeigen die Größenordnung der Lohnunterschiede. Ein exakter Vergleich ist allerdings nur eingeschränkt möglich: Die Angaben für die drei Balkan-Länder stammen aus nationalen Statistiken, deren Erhebungsmethoden und erfasste Beschäftigtengruppen sich von der OECD-Berechnung unterscheiden. Die Jahresbeträge wurden aus den durchschnittlichen Monatswerten berechnet; für Serbien und Bosnien-Herzegowina sind die Eurobeträge gerundet.

Hohe Preise relativieren den Vorsprung

Ein höheres Bruttogehalt bedeutet nicht automatisch einen entsprechend höheren Lebensstandard. Die Schweiz gehört zu den teuersten Ländern Europas. Wer dort arbeitet und lebt, muss deshalb neben dem Einkommen auch die Ausgaben für Wohnen, Waren und Dienstleistungen berücksichtigen.

Allerdings verschwindet der Schweizer Lohnvorsprung dadurch nicht: Auch nach Berücksichtigung der Preisunterschiede bleibt die Schweiz im untersuchten Vergleich an erster Stelle. Deutschland rückt bei dieser Betrachtung vom siebten auf den zweiten Platz vor, während Island vom zweiten auf den neunten Rang zurückfällt. Dieser Kaufkraftvergleich bezieht sich weiterhin auf Bruttolöhne, nicht auf das tatsächlich verfügbare Nettoeinkommen.

Was vom Gehalt tatsächlich übrig bleibt

Neben den Preisen beeinflussen Einkommensteuer und Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung, wie viel vom Bruttolohn verfügbar bleibt. Die Belastung unterscheidet sich zwischen den Ländern und hängt auch von der persönlichen Situation ab, etwa davon, ob jemand allein lebt oder Kinder hat.

Wer einen Job im Ausland erwägt, sollte deshalb das konkrete Angebot durchrechnen: Wie hoch ist das Nettogehalt, was kosten Wohnung und Alltag und welcher Betrag bleibt am Monatsende übrig?

Erst dann zeigt sich, ob das höhere Gehalt auch einen finanziellen Vorteil bringt.

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KO KOSMO-Redaktion
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