Die montenegrinische Regierung hat einen bedeutenden Schritt auf ihrem Weg in die Europäische Union gesetzt. Ministerin für europäische Angelegenheiten Maida Gorcevic gab bekannt, dass Montenegro alle Verhandlungskapitel abgeschlossen und die entsprechenden Positionen zur Evaluierung an die Europäische Kommission sowie an die EU-Mitgliedstaaten übermittelt hat. „Wir haben es geschafft, alle Verhandlungskapitel abzuschließen, alle Verpflichtungen zu erfüllen und sie weiterzuleiten“, erklärte Gorcevic.
Klarer Fahrplan
Seit der Aufnahme der Beitrittsgespräche am 29. Juni 2012 konnte Montenegro alle 33 Verhandlungskapitel öffnen, 21 davon gelten als vorläufig abgeschlossen. Der Fahrplan der Regierung sieht vor, die Verhandlungen bis Ende 2026 zu finalisieren, den Beitrittsvertrag 2027 zu unterzeichnen und 2028 die Vollmitgliedschaft zu erlangen. Gorcevic unterstrich dabei, dass Montenegro als einziges Land der Region sämtliche abschließenden Verhandlungskriterien erfüllt habe. „Das Ziel der Regierung bleibt klar: der Abschluss der Verhandlungen bis Ende 2026, die Unterzeichnung des Beitrittsvertrags 2027 und die Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union 2028.“
Offene Fragen
Eine wichtige Rolle im Integrationsprozess spielt Kroatien, das Montenegro sowohl politisch als auch durch fachliche Expertise begleitet. Dennoch bestehen zwischen beiden Ländern noch offene bilaterale Fragen – allen voran die ungeklärte Entschädigungsfrage für ehemalige Lagerinsassen in Morinj (jugoslawisches Kriegsgefangenenlager). Gorcevic zeigte sich entschlossen, diese Themen vor dem Beitritt zu bereinigen: „Fragen der Beziehungen zwischen Kroatien und Montenegro wurden lange unter den Teppich gekehrt, und es liegt an uns, sie zu lösen.“