Wenn die Nase läuft und der Hals kratzt, stellt sich die Frage: Erkältung, Grippe oder Corona? Die Symptome ähneln sich, doch die Unterschiede sind entscheidend.
In der Herbst- und Wintersaison laufen nicht nur die Heizungen auf Hochtouren, sondern auch viele Nasen. Die Unterscheidung zwischen einer gewöhnlichen Erkältung, einer Grippe oder einer Corona-Infektion fällt Laien dabei oft schwer. Zahlreiche Krankheitserreger zirkulieren in den kalten Monaten und können ähnliche Beschwerden hervorrufen. Welche Verhaltensregeln bei Symptomen gelten und was die aktuellen Daten zeigen – hier ein Überblick für die laufende Saison.
Eine eindeutige Diagnose allein anhand der Symptome ist laut Robert Koch-Institut nicht möglich. Beschwerden wie Halsschmerzen, Husten, laufende Nase, Kopf- und Gliederschmerzen sowie erhöhte Temperatur oder Fieber können von verschiedenen Erregern stammen. Allerdings unterscheiden sich die Krankheitsverläufe und deren Intensität erheblich.
Typischerweise verläuft eine Erkältung mild, Fieber tritt selten auf. Eine Influenza hingegen beginnt meist abrupt mit hoher Temperatur oder deutlichem Krankheitsgefühl, begleitet von Muskel- und Kopfschmerzen sowie später einsetzendem trockenem Husten – kann jedoch auch atypisch und ohne Fieber verlaufen. Bei Covid-19 zeigen sich anfangs ebenfalls verschiedene Symptome einer akuten Atemwegsinfektion, möglicherweise mit Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Atemnot. Das BIÖG weist zudem auf mögliche Magen-Darm-Beschwerden hin.
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Richtige Verhaltensregeln
Das BIÖG empfiehlt Personen mit Erkältungs-, Grippe- oder Corona-Symptomen, drei bis fünf Tage zu Hause zu bleiben, bis eine deutliche Besserung eintritt. Direkten Kontakt zu anderen Menschen sollte man möglichst vermeiden – insbesondere zu Risikogruppen wie Säuglingen, älteren Menschen, Personen mit Vorerkrankungen oder Immunschwäche sowie Schwangeren.
Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden ist ein Arztbesuch ratsam. Dies gilt besonders bei hohem Fieber, Anzeichen bakterieller Infektionen wie eitrigem Nasensekret sowie bei Husten mit Auswurf, schmerzhaftem Husten, Atemnot oder beschleunigter Atmung, die auf eine Lungenentzündung hindeuten könnten. Angehörige von Risikogruppen sollten bei Atemwegsbeschwerden grundsätzlich ärztlichen Rat einholen.
Die während der Pandemie etablierten Schutzmaßnahmen behalten ihre Wirksamkeit. Regelmäßiges Lüften, gründliches Händewaschen und das Tragen einer Maske helfen weiterhin, Infektionen zu vermeiden. Das BIÖG rät besonders Risikogruppen zum Maskentragen als Selbstschutz.
Gleiches gilt für Infizierte, die andere schützen möchten – vor allem bei unvermeidbarem engem Kontakt mit Risikopersonen, wie das Robert Koch-Institut betont. Verschiedene Studien belegen, dass Masken die Ausbreitung von Atemwegsviren deutlich reduzieren und das Ansteckungsrisiko verringern. Zudem sollten Erkrankte beim Husten und Niesen ein Taschentuch benutzen oder die Armbeuge vor Mund und Nase halten und sich von anderen abwenden.
Aktuelle Infektionslage
Den effektivsten Schutz bieten die verfügbaren Impfungen gegen Grippe, Corona und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), die das Risiko schwerer Verläufe signifikant senken. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Menschen ab 60 Jahren und Erwachsenen mit Grunderkrankungen im Herbst eine Auffrischungsimpfung sowohl gegen Corona als auch gegen Grippe.
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Die Corona-Impfung wirkt auch gegen die Stratus-Variante. Für Personen ab 75 Jahren sowie für 60- bis 74-Jährige mit schweren Grunderkrankungen rät die Ständige Impfkommission zusätzlich zu einer einmaligen RSV-Standardimpfung, die nicht jährlich wiederholt werden muss.
Laut aktuellem Wochenbericht des Robert Koch-Instituts bewegen sich akute Atemwegserkrankungen auf „moderatem Niveau“. Hochrechnungen aus freiwilligen Bevölkerungsmeldungen ergeben etwa 7.500 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner, was rund 6,3 Millionen akuten Atemwegserkrankungen entspricht – unabhängig von Arztbesuchen.
Der Bericht bezieht sich auf die Woche vom 13. bis 19. Oktober, als viele Bundesländer Herbstferien hatten. Der zuvor beobachtete Anstieg der Covid-19-Aktivität hat sich vorerst nicht fortgesetzt. In der betrachteten Woche lag die geschätzte Corona-Inzidenz bei etwa 500 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner, nach rund 600 in der Vorwoche.
Damit bleibt die Aktivität deutlich unter dem Vorjahresniveau von etwa 900. Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass die Zahlen aufgrund der Herbstferien stärker schwanken und sich nachträglich ändern können. Mit einem Anteil von 78 Prozent dominiert die Linie XFG, auch Stratus genannt, in Deutschland (Stand 21. Oktober).
Stratus gehört zur Omikron-Variante, deren Viren sich vorwiegend in den oberen Atemwegen vermehren und dadurch schneller verbreiten können. Das Robert Koch-Institut sieht derzeit kein erhöhtes Risiko für die öffentliche Gesundheit in Deutschland. Das Auftreten veränderter Coronaviren ist weiterhin ein normales Phänomen.
Für Herbst und Winter rechnet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mit einer stabilen Versorgungslage. Nach Angaben eines Sprechers hat sich die Vorratssituation durch das im Juli 2023 in Kraft getretene Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz kontinuierlich verbessert.
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Obwohl bei den rund 100.000 zugelassenen Arzneimitteln in Deutschland immer wieder Lieferengpässe auftreten (aktuell etwa 500), sind echte Versorgungsengpässe verhältnismäßig selten.