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Daniel Hadrović: „Kakophonie birgt Schöpfungskraft”

Daniel Hadrović (FOTO: zVg.)

Daniel Hadrović ist schon lange kein unbekannter Name auf der deutschen Kulturszene. Autor, Regisseur und Kinematograph kroatischer Herkunft sprach exklusiv für KOSMO über seine Karriere.

KOSMO: Wann ist bei dir die Liebe zur Kunst entstanden?
Daniel Hadrović: Mein Bruder und ich haben schon im Vorschulalter Filme, Bücher und Musik konsumiert. Der Wunsch selbst etwas Derartiges zu machen, selbsthergestelltes Material miteinander zu verbinden, besteht seitdem ich denken kann. Wenn wir vom Film sprechen, kann ich verraten, dass ich für meinen aktuellen Titel „Totengrund“ auch schon wieder in bewährter Tradition an Film- und Tonaufnahmen rumschraube.

Wann und womit hat deine künstlerische Karriere begonnen?
Meine künstlerische Karriere nahm 2016 mit dem beim Glaré Verlag erschienenen Kurzgeschichtenband „Küss mich, Stalker“ ihren Anfang. 2018 experimentierte ich mit einer Handkamera und „Töte mich noch einmal“ entstand daraus. Es ist jedoch eine Karriere mit Abstrichen, da ich mit meinen Produktionen keinen Umsatz generiere.

Welche Themen und Personen inspirieren dich am meisten?
Was Personen betrifft, sind es eigentlich Frauen. Meine Inspirationen sind somit auch Sehnsucht, Entfremdung, Nähe, Distanz, Tod. Musik und Träume beinhalten all das. Auf bestimmte Arbeiten hatten aber auch das Fukushima-Unglück, Fotos von Gräueltaten in Syrien und abnorme Persönlichkeitsstörungen im Allgemeinen Einfluss.

Du bist Regisseur, Autor, Kinematograf – in welcher der drei Rollen kannst du deiner Kunst am besten Ausdruck verleihen?
Eine Geschichte zu schreiben fällt mir auf jeden Fall leichter. Je isolierter ich beim Schreiben bin, desto besser fällt das Ergebnis aus. Dafür brauche ich auch kein Budget und bin auf mich allein angewiesen. Beim Filmen ist es das genaue Gegenteil. Je mehr Menschen mir ihre Fähigkeiten zur Verfügung stellen, desto besser wird das Resultat, wenn die Kommunikation untereinander stimmt. Beim Schreiben bin ich zuversichtlich, meine selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Beim Filmen hingegen versuche ich, meiner ursprünglichen Idealvorstellung so nahe wie möglich zu kommen. Ein Film hat aber den Vorteil, dass er mit einem Score unterlegt ist, was eine besondere Magie erzeugt. Ich durfte bei „Töte mich noch einmal“ mit der englischen Band „Two Whole Quails“ zusammenarbeiten, deren elektronische Songs modern und altmodisch zugleich sind, was absolut perfekt für meine Produktionen ist.
Ich tendiere dazu, den besseren Ausdruck in meinen zu Papier gebrachten Geschichten zu erkennen, da die in meinen Filmen geschilderten Geschichten weniger linear verlaufen, darum vermutlich mehr Interpretationsraum bieten und ich somit erst gar nicht der Anspruch erhebe, meiner persönlichen Intention allzu verständlichen Ausdruck zu verleihen.

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