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Bildungsdebatte

Direktor schlägt Alarm: Streit um Religion – Kreuze in Schulklassen beschädigt

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Ein Wiener Schuldirektor schlägt Alarm: In seinem neuen Buch fordert er religionsfreie Klassenzimmer und ein konsequentes Kopftuchverbot – für eine Zukunft ohne Kulturkampf.

Christian Klar, Direktor der Franz Jonas Europaschule in Wien-Floridsdorf, hat sein zweites Buch veröffentlicht. In “Wie retten wir die Zukunft unserer Kinder?” analysiert er den Schulalltag und entwickelt konkrete Verbesserungsvorschläge für das Bildungssystem. Seine Schule betreut etwa 450 Kinder, davon haben 90 Prozent einen Migrationshintergrund und mehr als die Hälfte gehört dem islamischen Glauben an.

In seinem Werk thematisiert Klar einen “Kultur- und Religionskampf” in den Klassenzimmern und erläutert den Einfluss des Islam auf den Unterrichtsalltag. Er plädiert dafür, Schulen als religionsfreie Räume zu definieren, da die fundamentalen Werte der europäischen Gesellschaft – liberal, demokratisch und sozial – aus dem Christentum hervorgegangen seien. Auf die Frage nach der Präsenz von Kreuzen in Klassenzimmern verweist der Schulleiter auf deren verfassungsrechtliche Verankerung als traditionelles Symbol, das nicht unter religiöse Symbolik falle.

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Religiöse Konflikte

Allerdings gibt es unter den Schülern Widerstand gegen christliche Symbole, was sich in beschädigten Kreuzen manifestierte. Klar berichtet, dass der Religionslehrer die beschädigten Kreuze sicherstellen musste und er selbst Ersatz bestellt habe. Er wirft dabei die Frage auf, warum bei Problemen mit einer Religion andere Glaubensrichtungen in Mitleidenschaft gezogen werden müssten.

Kleine Kreuzanhänger an Ketten oder Armbändern betrachtet der Schuldirektor als unproblematisch. Große Kreuze, wie sie in der serbisch-orthodoxen Tradition üblich sind, hält er jedoch für unangemessen im Schulkontext. Klar vertritt die Ansicht, dass Kleidung in der Schule politisch und religiös neutral sein sollte – daher lehnt er Abayas (bodenlange Gewänder), Niqabs (Gesichtsschleier), Gebetskappen und Kopftücher im Unterricht ab.

Neutrale Schulkultur

Der Schulleiter fordert nachdrücklich die Durchsetzung des Kopftuchverbots, um muslimische Mädchen zu entlasten, die unter Druck stehen, dieses zu tragen. Viele Schülerinnen würden das Kopftuch nicht aus freien Stücken tragen, auch wenn sie dies niemals öffentlich eingestehen würden.

Klars zentrale Botschaft lautet, dass eine klare Haltung entwickelt werden müsse, um die westliche Kultur zu bewahren.