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ZAGREB

Dreifacher Kindsmord in Kroatien: Psychologin analysiert Abschiedsbrief

(FOTOS: Facebook)

Der 56-jährige Wiener H.K. soll seine drei eigenen Kinder in seiner Wohnung in Kroatien getötet haben. Der Dreifachvater soll mitten in einer Lebenskrise gesteckt haben.

Der dreifache Kindesmord, der sich am Freitagabend in Zagreb ereignet hat, schockiert noch immer das ganze Land: Der 56-jährige, österreichische Staatsbürger, H. K. steht in Verdacht seine eigenen 3 Kinder – einen vierjährigen Buben und seine 7-jährigen Zwillinge (Bub und Mädchen) – ermordet zu haben. Danach soll der Wiener versucht haben sich selbst zu richten. Auf Facebook veröffentlichte er einen Abschiedsbrief. Die österreichische Psychologin Andrea Hammerer analysierte die Botschaft, die H.K. auf dem Sozialen Netzwerk veröffentlichte.

In einem Interview mit der „Österreich“ sprach die klinische Psychologin Andrea Hammerer über den Abschiedsbrief, den der Tatverdächtige vor dem Mord an seinen Kindern und seinem geplanten Selbstmord auf Facebook postete. Die Psychologin, die seit 25 Jahren Jahren hauptsächlich Kriminelle behandelt, spricht davon, dass der Tatverdächtige in dem Mord seiner Kinder und Selbstmordversuch einen Ausweg aus seiner misslichen Situation gesucht hat:

„Was er tat, tat er eigentlich für diejenigen, die zurückgeblieben wären. Er erklärt, dass er seine jetzige Freundin nicht vor seiner Ex-Frau schützen kann, die angeblich nicht nett zu ihr war. Er konnte seinen Kindern finanziell nicht mehr das bieten, was sie gewohnt waren. Er konnte sich selbst nichts mehr leisten. Das sind eigentlich Erklärungen, dafür weshalb er seinen Kindern das Leben nahm, weil er nicht erwartete, dass ihnen jemand helfen oder ihnen ein besseres Leben bieten kann. Die Botschaft zeugt von Depression und Verzweiflung. Er sah den Sinn des Lebens sowohl für sich selbst als auch für seine Kinder nicht mehr. Wenn man das Handeln eines Kriminellen verstehen möchte, muss man versuchen die Dinge aus seiner Sicht zu sehen, etwa, dass er seiner Meinung nach seine Kinder vor einer Welt schützen wollte, in der sie nicht überleben könnten“, so Hammerer im „Österreich“-Interview.

Auf die Frage, ob Geld das Motiv für die Tat sei, da der 56-Jährige in seiner Nachricht auch Geldprobleme erwähnte, antwortete Hammerer: „Wir müssen erst einmal schauen, was tatsächlich seine Motivation war. Corona hat vielen die Lebensperspektive genommen. Nun gibt es viele Menschen, die etwas ähnliches vorhaben, weil sie sich hilflos fühlen und an dem Zustand, in dem sie sich befinden, nichts ändern können.“

Nach der Scheidung von seiner Frau, habe ihn seine Freundin laut österreichischen Medien wegen „finanzieller Probleme und wegen der schlechten Behandlung, die sie durch seine Ex-Frau erfahren hatte“ verlassen. Daraufhin hatte der Wiener seine Kinder getötet und wollte sich mit einem „Pillencocktail“ das Leben nehmen. Für den 56-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung.

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