Light oder Wasser – beim Abnehmen scheiden sich die Geister. Eine Langzeitstudie liefert nun überraschend klare Befunde.
Eine neue wissenschaftliche Untersuchung liefert Erkenntnisse darüber, wie sich Light- und Zero-Getränke im Vergleich zu Wasser auf den Gewichtsverlust auswirken.
Wer Gewicht verlieren möchte, greift häufig zu Wasser oder zu Getränken mit Süßstoff als kalorienarme Alternative. Die sogenannte SWITCH-Studie hat nun über einen Zeitraum von zwei Jahren systematisch analysiert, welchen langfristigen Einfluss Light- und Zero-Getränke im Vergleich zu Wasser auf das Körpergewicht haben. Einbezogen wurden dabei ausschließlich Erwachsene, die an Übergewicht oder Adipositas leiden.
Langzeitstudie untersucht Gewichtsverlust
Für die SWITCH-Studie wurden 493 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 18 und 65 Jahren per Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt: einer Wassergruppe und einer Gruppe, die Light-Getränke konsumierte. Letztere hatte die Wahl zwischen 20 verschiedenen kalorienarmen Getränken, während die Wassergruppe ausschließlich Wasser trank und vollständig auf Süßstoffe verzichtete. Beide Gruppen nahmen an einem strukturierten Abnehmprogramm teil.
Nach Ablauf der zwei Jahre hatte die Wassergruppe im Durchschnitt knapp 4 Kilogramm abgenommen, die Light-Getränke-Gruppe knapp 5 Kilogramm. Trotz des leichten Unterschieds in den Abnahmewerten ergaben sich zwischen den beiden Gruppen keine statistisch bedeutsamen Differenzen beim langfristigen Gewichtsverlust. Auch Taillen- und Hüftumfang verringerten sich in vergleichbarem Ausmaß, und das Hungergefühl unterschied sich zwischen den Gruppen ebenfalls nicht nennenswert.
Für die abschließende Auswertung nach zwei Jahren lagen 220 vollständige Gewichtsdatensätze vor. „Die Ergebnisse sprechen nicht dafür, dass Light- und Zero-Getränke die langfristige Gewichtskontrolle gegenüber Wasser verschlechtern“, hielten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Studie fest.
Finanzierung und Methodik
Finanziert wurde die Forschung von der American Beverage Association, was als möglicher Interessenkonflikt eingestuft wird, auch wenn der Verband nach eigenen Angaben keinen direkten Einfluss auf Methodik oder Ergebnisse genommen hat. Hinzu kommt, dass die Studie ausschließlich an einem einzigen Standort in England durchgeführt wurde und eine vergleichsweise hohe Ausfallquote verzeichnete.
„Die hohe Ausfallquote bleibt dennoch eine wichtige Einschränkung“, räumten die Autorinnen und Autoren selbst ein. Einzelne Messungen mussten während der Corona-Pandemie unter Heimbedingungen stattfinden, was die zentralen Ergebnisse laut den Forschenden jedoch nicht wesentlich verfälscht hat.