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ZAGREB

Dreifacher Kindsmord in Kroatien: Wer ist der hauptverdächtige Wiener?

(FOTO: Facebook)

Der 56-jähriger österreichischer Staatsbürger H.K. soll seine drei eigenen Kinder erwürgt haben. (KOSMO berichtete) Nun gibt es neue Details zum Täter.

Die Zagreber Polizei wurde alarmiert, nachdem der Mann in Sozialen Medien sein Selbstmordvorhaben angekündigt hatte. Offenbar wollte er sich selbst mit Tabletten vergiften. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden die Beamten die drei Kinder des Österreichers tot in der Dachgeschoßwohnung in Zagreb.

Der Mann selbst soll beim Eintreffen der Beamten in der Wohnung sehr benommen gewesen sein und befindet sich derzeit laut kroatischen Medien im Krankenhaus. Kroatische Medien veröffentlichten auf ihren Websites weitere Details, darunter auch den Abschiedsbrief, der der 56-Jährige vor seinem Suizidversuch auf Facebook postete

Wer ist H.K.?
„Auf den ersten Blick, wenn man sich die Fotos ansieht, die er in den sozialen Medien gepostet hat, würde man nie sagen, dass H.K. eines der ungeheuerlichsten Verbrechen begangen hat, an das sich Kroatien erinnert“, schreibt das kroatische Medium „Večernji list“.

Der gebürtige Wiener soll als unabhängiger Berater bereits seit mehr als einem Jahrzehnt in Kroatien arbeiten. Schlussendlich habe er sich vor zwei Jahren dazu entschieden, nach Zagreb zu ziehen. Der 56-Jährige soll in der Finanzberatung tätig sein und mit zahlreichen namhaften nationalen und internationalen Unternehmen zusammengearbeitet haben.

Nach der Trennung von seiner Ex-Frau und der Mutter der gemeinsamen Kinder, verbrachten die Kinder meistens die Wochenenden mit ihrem Vater. Nachbarn erzählten gegenüber kroatischen Medien, dass sie sie in der Nachbarschaft nicht allzu oft gesehen hätten. H.K. sei oft mit seinen Kindern unterwegs gewesen.

Jugendamt schöpfte keinen Verdacht
Weder die Polizei noch das kroatische Jugendamt haben im Vorfeld gegen den Tatverdächtigen ermittelt. Er sei ihnen unbekannt, so die beiden Behörden in einer offiziellen Stellungnahme.

Mittlerweile gestand der 56-Jährige seine Tat gegenüber Polizeibeamten, nachdem er im Krankenhaus das Bewusstsein wiedererlangt hatte. Die Mutter der ermordeten Kinder war zum Tatzeitpunkt nicht in Zagreb, die Kinder verbrachten das Wochenende bei ihrem Vater.

Freimaurer-Gerüchte
Kurz nachdem die Tat öffentlich wurde, wurden auch Stimmen laut, dass der mutmaßliche Mörder Mitglied der Freimaurer in Österreich war. Im Abschiedsbrief schrieb H.K., dass er finanzielle Probleme hätte, bei welchen ihm „nicht einmal meine Freimaurerbrüder“ helfen könnten.

Noch am Sonntag dementierte die österreichische Großloge der Freimaurer die Mitgliedschaft: „Die Großloge von Österreich legt Wert auf die Feststellung, dass dieser Mann kein Mitglied einer ihrer Logen ist oder war. Er hat und hatte also mit der österreichischen Freimaurerei nichts zu tun“, hieß es in einer Aussendung. Außerdem sei er auch kein Mitglied der kroatischen Freimaurer gewesen.

Mutmaßlicher Mörder soll seine Kinder gehasst haben
Wie die “Heute” berichtet, soll K. in Zagreb ein sehr umtriebiges Leben geführt haben. Er soll jahrelang im Wiener Rotlichtmilieu ein und aus gegangen sein und zudem regelmäßig Drogen konsumiert haben. Zudem soll der 56-jährige Tatverdächtige seine drei Kinder nicht gemacht haben. Der Mann sei davon überzeugt gewesen, dass er nicht der biologische Vater der 7-jährigen Zwillinge und des 4-jährigen Bub sei.

“Er war wie besessen davon. K. hat immer wieder betont, wie schrecklich es ist, Kinder zu haben. Er hat sich in den letzten zwei Jahren ständig abschätzig über seine Familie geäußert. Man sah den Hass in seinen Augen”, berichtet ein Vertrauter gegenüber der “Heute“. 

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