Hinter den niedlichen Labubu-Figuren verbirgt sich ein düsteres Geheimnis: Minderjährige sollen unter ausbeuterischen Bedingungen für den Spielzeugriesen Pop Mart schuften.
Die NGO China Labor Watch erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Zulieferer des Spielzeugkonzerns Pop Mart. Laut einem Bericht von 20 Minuten soll das Unternehmen Shunjia Toys in der Provinz Jiangxi junge Menschen ohne ausreichenden Schutz beschäftigt und Arbeitskräfte systematisch ausgebeutet haben. Auch der Guardian berichtet über den Fall. Im Fokus der Kritik steht besonders der Einsatz von 16- und 17-jährigen Jugendlichen, die zwar nach chinesischem Recht beschäftigt werden dürfen, jedoch nur unter speziellen Schutzbestimmungen – die offenbar missachtet wurden.
Die Untersuchung von China Labor Watch deckt weitere gravierende Missstände auf. Demnach mussten die Beschäftigten unvollständige Verträge unterschreiben, in denen wesentliche Angaben zu Lohn, Vertragslaufzeit und Sozialversicherung fehlten. Für eine gründliche Durchsicht der Dokumente blieb den meisten Arbeitern keine Zeit.
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Systematische Ausbeutung
Die NGO befragte mehr als 50 Mitarbeiter, darunter drei Minderjährige, die ausschließlich an der Herstellung der populären Labubu-Figuren arbeiteten. Die Befragten berichteten von unrealistisch hohen Produktionsvorgaben und weit über dem gesetzlichen Limit liegenden Überstunden.
Der Spielzeugkonzern Pop Mart reagierte auf die Anschuldigungen mit einer Stellungnahme gegenüber der Zeitung. Das Unternehmen beteuert, das Wohlbefinden der Arbeitskräfte entlang der gesamten Lieferkette sehr ernst zu nehmen und regelmäßige Kontrollen durchzuführen. Man werde die aktuellen Anschuldigungen eingehend prüfen und bei Bestätigung der Vorwürfe Korrekturen vom Zulieferer einfordern.
Chinas Exportdilemma
Die Labubu-Figuren gehören zu den erfolgreichsten Spielzeugexporten aus China. Branchenexperten sehen in diesem Fall ein exemplarisches Problem: Chinesische Unternehmen stehen zunehmend vor der Herausforderung, die wachsende internationale Nachfrage mit der Einhaltung von Arbeitsrechten und fairen Arbeitsbedingungen in Einklang zu bringen.
Branchenexperten sehen in diesem Fall ein exemplarisches Problem.