Ein Film über ungewollte Verschmelzung wird selbst zum Opfer unerwünschter Manipulation: Chinas Zensurbehörde griff mit KI in den Bodyhorrorfilm „Together“ ein.
Der Bodyhorrorfilm „Together“ mit Alison Brie und Dave Franco erlebt ein ironisches Schicksal, das seiner eigenen Handlung ähnelt. Das vom australischen Regisseur Michael Shanks inszenierte Werk, das die unfreiwillige körperliche Verschmelzung eines Paares thematisiert, wurde selbst Opfer einer unerwünschten Veränderung. Kurz vor dem geplanten Kinostart in China griff die dortige Zensurbehörde mittels KI-Technologie in das Filmmaterial ein und manipulierte bestimmte Szenen ohne Genehmigung. Diese Eingriffe veranlassten den Verleih Neon dazu, die Veröffentlichung auf dem chinesischen Markt vorerst auszusetzen.
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Digitale Geschlechtsumwandlung
Die chinesischen Behörden gingen dabei besonders drastisch vor: Sie verwandelten mittels digitaler Bearbeitung eine homosexuelle Ehe kurzerhand in eine heterosexuelle Beziehung, indem sie einen der männlichen Charaktere digital zu einer Frau machten. Auslöser der Kontroverse war die Darstellung eines homosexuellen Ehepaares im Film. Pikantes Detail am Rande: Die Hauptdarsteller Alison Brie und Dave Franco sind im echten Leben miteinander verheiratet.
Konsequenzen für den Filmmarkt
Der US-Verleih Neon reagierte prompt auf die unerlaubten Manipulationen und setzte den Kinostart in China aus. Der Rückzug des Films vom chinesischen Markt wirft ein Schlaglicht auf die problematische Zensurpraxis in China, besonders im Hinblick auf den Einsatz künstlicher Intelligenz zur nachträglichen Veränderung von Filminhalten. Der Fall „Together“ zeigt beispielhaft, wie weit chinesische Zensurbehörden bei der digitalen Manipulation ausländischer Filme gehen – bis hin zur kompletten Geschlechtsumwandlung von Charakteren.