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Zahlungsrevolution

Geld in wenigen Sekunden: Bosnien startet neues Überweisungssystem

Geld in wenigen Sekunden: Bosnien startet neues Überweisungssystem
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Bosnien und Herzegowina modernisiert seinen Bankensektor – mit einer Reform, die laut Zentralbank die größte seit 2001 ist.

Bosnien und Herzegowina hat einen wichtigen Meilenstein bei der Modernisierung seines Finanzsektors erreicht. Seit dem 20. Juli lassen sich Überweisungen zwischen den angeschlossenen Banken in Sekundenschnelle durchführen. Das System ist durchgehend erreichbar – sieben Tage die Woche, auch an Wochenenden und gesetzlichen Feiertagen.

Bisher kam es vor, dass Zahlungsaufträge, die außerhalb regulärer Geschäftszeiten erteilt wurden, erst am darauffolgenden Werktag beim Empfänger verbucht wurden. Zum Auftakt haben die Intesa Sanpaolo Banka BiH, die Raiffeisen Bank BiH sowie die Sparkasse Bank BiH den Betrieb aufgenommen. Diese drei Institute haben laut den zuständigen Stellen sämtliche technischen und operativen Voraussetzungen erfüllt.

Weitere Banken sollen sukzessive folgen. Ob eine Echtzeitüberweisung tatsächlich möglich ist, hängt deshalb davon ab, welche Geldinstitute Absender und Empfänger nutzen. Allein der Umstand, dass jemand Online- oder Mobile-Banking verwendet, garantiert noch keine Echtzeitfunktion.

Limits & Gebühren

Der maximale Betrag pro Echtzeitüberweisung ist in der Anfangsphase auf 5.000 Konvertible Mark begrenzt. Einzelne Banken können für ihre Kunden auch geringere Obergrenzen festlegen. Vom Zeitpunkt der Auftragserteilung bis zur Gutschrift beim Empfänger sollen lediglich Sekunden vergehen – der überwiesene Betrag steht anschließend unmittelbar zur Verfügung.

Die Höhe etwaiger Transaktionsgebühren liegt im Ermessen der jeweiligen Bank. Das neue Zentralbanksystem schließt kostenlose Überweisungen damit nicht grundsätzlich ein. In der ersten Ausbaustufe sind ausschließlich Transaktionen zwischen Konten innerhalb Bosnien und Herzegowinas über diesen Weg möglich.

Überweisungen aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz in das Land fallen nicht darunter, ebenso wenig wie Zahlungen von bosnischen Konten ins Ausland. Für die Diaspora bringt die Neuerung daher vorerst keine unmittelbaren Veränderungen. Mittelfristig soll die technische Infrastruktur jedoch als Grundlage dienen, um eine Anbindung an europäische Zahlungsnetzwerke und damit schnellere grenzüberschreitende Transaktionen zu ermöglichen.

Geplanter Ausbau

Massenzahlungen – darunter Gehälter, Pensionen und größere Sammelüberweisungen – werden in dieser Phase weiterhin über die bestehenden Kanäle abgewickelt. Die Zentralbank hat jedoch einen schrittweisen Ausbau des Systems angekündigt. Geplant sind unter anderem Zahlungen per QR-Code, direkte Transaktionen im stationären Handel sowie weitere digitale Zahlungsdienste.

Das bosnische System ist am europäischen Echtzeit-Zahlungssystem TIPS (TARGET Instant Payment Settlement) ausgerichtet. Entwickelt wurde es von der Zentralbank Bosnien und Herzegowinas in Zusammenarbeit mit der italienischen Zentralbank und mit Zustimmung der Europäischen Zentralbank.

Zentralbankpräsidentin Jasmina Selimovic bezeichnete die Einführung als die tiefgreifendste Reform im Zahlungsverkehr des Landes seit 2001.

Für Bürger bedeutet die Neuerung vor allem mehr Flexibilität: Geld für eine Rechnung, einen privaten Kauf oder einen Notfall kann nun auch außerhalb der üblichen Bankzeiten innerhalb weniger Sekunden beim Empfänger ankommen – sofern beide beteiligten Banken bereits angeschlossen sind.

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KO KOSMO-Redaktion
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