Während Linz und Umgebung seit Wochen im Grau versinken, strahlt über den Berggipfeln die Sonne. Am Montag könnte ein historischer Nebelrekord fallen.
Der Zentralraum Oberösterreichs versinkt derzeit im Dauernebel. Während die Bewohner von Linz, Wels und Enns im Dezember bislang kaum einen Sonnenstrahl zu Gesicht bekamen, genießen die höheren Lagen deutlich bessere Bedingungen. Auf dem Feuerkogel wurden bereits 66 Sonnenstunden gemessen, auf dem Dachstein sogar 71. In den Niederungen hingegen zeichnet sich ein möglicher Nebelrekord ab.
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Drohender Rekord
Am Montag könnte in Hörsching bei Linz eine neue Bestmarke erreicht werden, erklärt Alexander Ohms von der Geosphere Austria. Dann wären es 17 aufeinanderfolgende Tage ohne einen einzigen Sonnenstrahl. Der bisherige Negativrekord stammt aus dem Jahr 1992 mit 16 sonnenlosen Tagen in Serie, gefolgt von 14 Tagen im Jahr 2020. Für die anhaltende Trübnis macht Ohms mehrere Faktoren verantwortlich: „Einerseits stabile Hochdruckwetterlagen mit nahezu windstillen Verhältnissen. Andererseits feuchte und kalte Luft in Bodennähe und die schwache Sonne zu dieser Jahreszeit, die diese Temperaturinversion und damit die Nebeldecke nicht aufbrechen kann.“
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Klimatische Ursachen
Interessanterweise nahm die Häufigkeit von Nebeltagen in den Ballungszentren in den vergangenen Jahren tendenziell ab. „Grund dafür ist die sauberere Luft. Damit gibt es weniger Kondensationskeime in der Luft, wo sich der Nebel dann bilden kann“, erläutert Ohms. Entscheidend sei jedoch stets die vorherrschende Wetterlage. Auch der Klimawandel spiele beim Nebelgeschehen eine gewisse Rolle, da er zu stabileren Wetterlagen führe als früher.
„Jetzt haben wir oft mehrwöchige Hochdruckwetterlagen und die begünstigen dann natürlich das Entstehen von sehr lang anhaltenden Nebelwetterlagen.“