Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Studie enthüllt

Ibuprofen-Skandal: Schwere Nebenwirkungen festgestellt

Ibuprofen-Skandal: Schwere Nebenwirkungen festgestellt
FOTO: iStock
2 Min. Lesezeit |

Hinter der schmerzlindernden Wirkung von Ibuprofen verbirgt sich ein unerwarteter Nebeneffekt: Das beliebte Medikament manipuliert die Süßwahrnehmung im Körper.

Schmerzmittel Ibuprofen beeinflusst offenbar Süßrezeptoren im Körper. Diese überraschende Entdeckung machte ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Professor Paul Breslin an der Rutgers University in New Jersey. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung wurden im renommierten British Journal of Pharmacology veröffentlicht und werfen neue Fragen zur Wirkungsweise des weitverbreiteten Medikaments auf.

Die Studie zeigt, dass Ibuprofen und verwandte Wirkstoffe wie Naproxen (Schmerzmittel) spezifische Rezeptoren blockieren, die normalerweise für die Erkennung von Zucker und die Verarbeitung von Glukose verantwortlich sind. Diese Blockade hat unmittelbare Auswirkungen auf die Geschmackswahrnehmung der Probanden, die nach Einnahme des Medikaments süße Geschmacksrichtungen deutlich weniger intensiv wahrnehmen konnten.

Die Wissenschaftler konnten präzisieren, dass Ibuprofen den Süßrezeptor TAS1R2-TAS1R3 dosisabhängig hemmt. Dieser Mechanismus wurde sowohl in Geschmackstests mit freiwilligen Probanden als auch in Laborversuchen mit Zellkulturen eindeutig nachgewiesen. Die Blockade tritt bereits bei Blutkonzentrationen auf, wie sie nach der Einnahme handelsüblicher Ibuprofen-Dosen erreicht werden.

Beunruhigende Erkenntnisse

Besonders beunruhigend ist die Erkenntnis, dass bereits handelsübliche Dosierungen ausreichen, um diesen Effekt hervorzurufen. Das Forscherteam vermutet, dass die Beeinträchtigung der Süßrezeptoren nicht nur das Geschmacksempfinden verändert, sondern möglicherweise auch Einfluss auf den gesamten Zuckerstoffwechsel im Körper nimmt.

Paradoxerweise deuten die Untersuchungsergebnisse darauf hin, dass die Blockade der Süßrezeptoren mit einer verbesserten Stoffwechselfunktion verbunden sein könnte. Die Autoren der Studie stellen vorsichtig die Hypothese auf, dass dieser Mechanismus das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes, Alzheimer und Darmkrebs verringern könnte. Diese Erkenntnisse basieren jedoch auf einer begrenzten Probandenzahl und erfordern umfangreiche Folgestudien.

Die Forscher warnen ausdrücklich davor, Ibuprofen gezielt zur Blutzuckerregulation einzusetzen. Der regelmäßige Gebrauch des Schmerzmittels ist bereits mit bekannten Risiken für Magen-Darm- und Gefäßerkrankungen verbunden, die die möglichen positiven Effekte auf den Zuckerstoffwechsel überwiegen könnten.

Die langfristigen Konsequenzen dieser neu entdeckten Nebenwirkung sind derzeit noch nicht abschätzbar. Die Wissenschaftler betonen die Notwendigkeit weiterer klinischer Untersuchungen, um mögliche gesundheitliche Risiken zu identifizieren.

Insbesondere die Frage, ob eine dauerhafte Veränderung des Zuckerstoffwechsels negative Folgen für die Gesundheit haben könnte, bleibt vorerst unbeantwortet.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen