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Justizskandal

Jugendknast-Skandal: „Verbale Attacken und Isolation“ – Häftlinge packen aus

Jugendknast-Skandal: „Verbale Attacken und Isolation“ – Häftlinge packen aus
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Hinter Gittern herrschen harte Bedingungen für junge Straftäter. Verbale Attacken, Personalmangel und unfertige Infrastruktur prägen den Alltag im neuen Wiener Jugendgefängnis.

Für die Recherche wurden etwa 40 jugendliche Häftlinge befragt, die von problematischen Zuständen berichteten. Demnach kommt es zu überzogenen Maßnahmen und verbalen Attacken durch Justizwachebeamte ohne spezielle Ausbildung für den Jugendvollzug. Zudem beklagten die Befragten fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten und lange Zeiten in den Zellen.

Die schrittweise Verlegung der jugendlichen Insassen aus der Justizanstalt Wien-Josefstadt in die neue Einrichtung am Münnichplatz in Wien-Simmering läuft seit Jänner 2025. Das neue Gefängnis soll Ende des Jahres vollständig in Betrieb gehen. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien bestätigte die Beobachtungen der Volksanwaltschaft, dass die Justizanstalt Münnichplatz bis vor kurzem noch nicht fertiggestellt war.

Unvollendete Infrastruktur

Der Wiener Kinder- und Jugendanwalt Sebastian Ohner wies bei einem Pressegespräch am Dienstag auf daraus resultierende strukturelle Probleme hin. Die Freizeitinfrastruktur sei größtenteils noch unvollendet – Ende Juni war beispielsweise der vorgesehene Sporthof noch nicht nutzbar. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien kritisiert, dass die neue Jugendstrafanstalt, die für 72 männliche Insassen zwischen 14 und 18 Jahren konzipiert wurde, noch nicht angemessen ausgestattet sei. Besonders gravierend sei der Personalmangel bei der Justizwache.

Situation inhaftierter Mädchen

Besonders schwierig gestaltet sich die Situation für inhaftierte Mädchen. Aufgrund ihrer geringen Anzahl existiert in der Justizanstalt Wien-Josefstadt keine separate Abteilung für weibliche Jugendliche, weshalb sie mit erwachsenen Frauen untergebracht werden – ein Zustand, der laut Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien auch künftig bestehen bleiben wird. Diese Praxis verstößt nicht nur gegen das Trennungsgebot zwischen Jugendlichen und Erwachsenen, sondern führt auch dazu, dass Besuche von Sozialpädagogen häufig ausfallen müssen.

Im Vergleich zu männlichen Jugendlichen haben inhaftierte Mädchen deutlich weniger Freizeitangebote und einen erschwerten Zugang zu psychiatrischer Versorgung.

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KO KOSMO-Redaktion
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